BKA warnt vor neuer Masche des Briefbetrugs

Wegen aktueller Vorfälle rät das BKA zur besonderen Vorsicht bei Briefen vom vermeintlich obersten Gerichtshof in Istanbul, der wegen eines Strafverfahrens Kautionszahlungen in fünfstelliger Höhe vom Empfänger fordert. Solche Briefe sind zu ignorieren. In dringenden Fällen ist die Polizei zu verständigen.

Kassel. Aktuell werden bundesweit Briefe verschickt, die angeblich von einem türkischen Gericht stammen. In dem Brief steht, dass der oberste Gerichtshof in Istanbul ein Strafverfahren gegen den Empfänger führen würde. Auch läge ein gültiger Haftbefehl vor, der schon bei der deutschen Regierung eingereicht sei.

Die Adressaten werden in dem Brief beschuldigt, für eine Firma "Soraplex" Geldwäsche zu betreiben, kinderpornografische Videos über das Online-Portal "Soraplex" zu verbreiten und Verbindungen zu Terrororganisationen zu unterhalten. Die Empfänger werden zu einem angeblichen Gerichtstermin in Istanbul vorgeladen. Sollten sie nicht erscheinen, würde der Haftbefehl international in Kraft gesetzt. Zusätzlich soll der Empfänger sofort eine Kaution in fünfstelliger Höhe bezahlen. Dem Schreiben ist eine Verschwiegenheitsverpflichtung beigefügt, die angeblich vom Bundeskriminalamt stammt. Der Empfänger wird aufgefordert, sich umgehend telefonisch mit einem angeblichen BKA-Mitarbeiter in Verbindung zu setzen, um die Einzelheiten zu besprechen. Hierfür ist eine Telefonnummer aus Frankfurt am Main angegeben. Die Schreiben haben auf den ersten Blick einen seriösen Anschein.

Das Bundeskriminalamt warnt: Diese und ähnliche Briefe werden immer in der Absicht verschickt, Sie um Ihr Geld zu bringen. Hinter den Telefonnummern verbergen sich Betrüger aus ausländischen Call-Centern.

Wir raten Ihnen dringend: Wenn Sie solche oder ähnliche Post erhalten, reagieren Sie nicht auf die Schreiben. Rufen Sie die darin angegebenen Telefonnummern nicht an. Sollten Sie einen Anruf erhalten, lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln. Auch wenn Sie unter Druck gesetzt und Ihnen staatliche Konsequenzen angedroht werden, lassen Sie sich nicht verunsichern. Brechen Sie den Kontakt ab. Wenn Sie Opfer geworden sind, erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Formen des Betruges finden Sie auf unserer Webseite unter www.bka.de und auf den Informationsseiten des Programms Polizeiliche Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Oliver Berg/d

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