„Was hier passieren soll, gleicht einer Klimakatastrophe für Niestetal“

Die Mitglieder der W.i.N. werfen der Gemeinde mangelnde Kommunikation vor und wollen die Bürger aufklären: (v.li.) Dr. Raimund Köhne, Peter Unterbrunner und Dr. Werner Weißendorn vor dem Areal, auf dem das Hochregallager entstehen soll.
+
Die Mitglieder der W.i.N. werfen der Gemeinde mangelnde Kommunikation vor und wollen die Bürger aufklären: (v.li.) Dr. Raimund Köhne, Peter Unterbrunner und Dr. Werner Weißendorn vor dem Areal, auf dem das Hochregallager entstehen soll.

Angst vor Überschwemmung und ökologischen Schäden: W.i.N fordet Stopp für geplante Erweiterung am Sandershäuser Berg.

Niestetal Noch ist nichts in trockenen Tüchern und dem geplanten Projekt stehen auch noch mehrere Strommasten einer Überlandleitung im Weg. Doch das, was am Gewerbegebiet am Sandershäuser Berg geplant ist, macht vielen Niestetalern Angst und Sorge.

Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann will dort zusammen mit dem Zweckverband Raum Kassel den Weg frei machen, dass dort die Firma Winkler, Großhändler für Nutzfahrzeugteile, auf rund 15 Hektar Fläche ein neues Hochregallager bauen kann.

„Was hier passieren soll, gleicht einer Klimakatastrophe“, so Dr. Werner Weißenborn von der Wählerinitiative W.i.N. (Wir in Niestetal e.V.). Insgesamt habe der Zweckverband langfristig sogar 135 Hektar als Gewerbegebiet ausgewiesen. Aber schon die 15 Hektar für Winkler könnten langfristig schwere Folgen für Niestetal bedeuten.

„Es sind gravierende Auswirkungen auf das Klima vorhersehbar. Der Sandershäuser Berg ist ein wichtiges Gebiet für die Entstehung von Frischluft. Aufgrund versiegelter Flächen wird die bisherige kühlende Klimazone verschwinden und sich die Luft nur weiter erhitzen.“

Der Sandershäuser Berg gelte als Ventilationsfläche für Niestatal.

Weiter wird befürchtet: Die Ableitung von Oberflächenwasser ist dann nicht mehr geregelt. Die Kanäle werden die Wassermengen nicht fassen können und es drohen Überschwemmungen im Dorf. Der Grundwasserspiegel für die Tiefbrunnen werde ebenfalls sinken. „Die Schäden für Flora und Fauna sind riesig. Hier leben viele geschützte Vogelarten. Und durch den geplanten Bau wird unser Naherholungsgebiet, dass von vielen Leuten für Spaziergänge und andere Freiluftaktivitäten genutzt wird, völlig zerstört“, ergänzt Dr. Raimund Köhne.

35 Meter hoch (plus Aufbauten wie beispielsweise für Solarenergie usw.) soll das Hochregallager werden. Dadurch werde das Landschaftsbild doch völlig zerstört.

„Die Gemeinde begründet das neue Gewerbegebiet immer mit neuen Arbeitsplätzen und steigenden Gewerbesteuer-Einnahmen. Doch die Realität sieht anders aus: In einem modernen computergestützten Hochregallager arbeiten nicht mehr viele Menschen. Und von der erwarteten Gewerbesteuer in Höhe von einer Millionen Euro muss die Gemeinde ja erst mal 50 Prozent an den Zweckverband abgeben, dann von ihrem Anteil noch Umlagen in Höhe von 60 Prozent an den Landkreis. Da bleibe nicht mehr viel übrig. Knapp 200.00 Euro wie die W.i.N. errechnet hat“, erklärt Weißenborn.

Die Kommunikation mit der Gemeinde bemängelt die W.i.N. Da werde nur das Schöne erzählt. Nicht die langfristigen Auswirkungen. Viele Niestetaler wüssten gar nicht, was da auf sie zukomme.

Und: „Da das Lager rund um die Uhr geöffnet ist, ist mit einer großen Lichtverschmutzung (Dauerlicht) und einem hohen An- und Abfahrts-Verkehr zu rechnen.“

Die W.i.N. bemängelt: Genaue Gutachten zu Verkehr und Lärm gebe es nicht.

Wie die Mitglieder erfuhren, habe Winkler das Gelände auch noch nicht gekauft. Es gebe aber eine Absichtserklärung.

Weitere Infos unter: www.win-niestetal.de

Mehr zum Thema

A49: Jetzt frei bis Schwalmstadt
Kassel

A49: Jetzt frei bis Schwalmstadt

Letzten Donnerstag: Abschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt freigegeben
A49: Jetzt frei bis Schwalmstadt
Wer kann „Krümel“ bei sich aufnehmen? Riesen-Hundekopf sucht neues Zuhause
Kassel

Wer kann „Krümel“ bei sich aufnehmen? Riesen-Hundekopf sucht neues Zuhause

Moondog „Krümel“ muss bis zum 22. Juli ein neues zu Hause finden. Sonst wird er geschreddert.
Wer kann „Krümel“ bei sich aufnehmen? Riesen-Hundekopf sucht neues Zuhause
Bahnhof Wilhelmshöhe: Mann geschlagen und rassistisch<br/>beleidigt
Kassel

Bahnhof Wilhelmshöhe: Mann geschlagen und rassistisch
beleidigt

Ein Täter schlug zu, der andere filmte die Szene...
Bahnhof Wilhelmshöhe: Mann geschlagen und rassistisch
beleidigt
Lohfelden-Vollmarshausen: Motorradfahrer bei Unfall schwer verletzt
Kassel

Lohfelden-Vollmarshausen: Motorradfahrer bei Unfall schwer verletzt

Vermutlich von grauem 3er BMW überfahren - Polizei sucht Zeugen
Lohfelden-Vollmarshausen: Motorradfahrer bei Unfall schwer verletzt

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.