Waschbär-Braten ist kein Jäger-Latein

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Amt bestätigt: Im Werra-Meißner-Kreis werden Tiere zum Verzehr freigegeben.

Region. "Gehört ja – gegessen noch nicht”, so tönt es einem aus erfahrenem Jägermund entgegen. Es soll sie also geben, die Geschichte vom Waschbär-Braten. Kein Wunder, sind die Tiere doch gerade in der Region so weit verbreitet, dass die flinke Hausfrau sie an der Mülltone mit gezieltem Schrubber-Schlag (nicht erlaubt!!!) erlegen könnte.Auf den Tisch kommen selbst die erlegten Exemplare höchst selten. Aber Jäger-Latein ist die Story eben auch nicht."Bei uns hat es in der Vergangenheit noch nie eine derartige Untersuchung gegeben”, berichtet Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, von seinen Recherchen im Kreisveterinäramt. Er bestätigt aber, dass auch Waschbären, so sie denn für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind, auf Trichinen untersucht werden müssen. Auch  Dr. Peter Urban, Leiter des Amtes für Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen im Schwalm-Eder-Kreis, kennt keine Waschbär-Fälle aus seinem Arbeitsalltag. "Bei uns wurden keine untersucht.”

Also keine kulinarischen Experimente in unserer Region mit dem Allesfresser, von dem man sagt, sein Fleisch würde "leicht ranzig” schmecken? Doch. Im Werra-Meißner-Kreis kennt man die Story – und die Maßnahmen, die ergriffen werden: "In der Tat kommt es (sehr) vereinzelt vor, dass bei uns Trichinenproben von Waschbären untersucht werden. Die rechtlichen Vorgaben verbieten den Verzehr von diesem Fleisch nicht”, teilt Amtstierarzt Dr. Uwe Lenz, Fachdienstleiter Lebensmittelüberwachung im Werra-Meißner-Kreis, auf EXTRA TIP-Anfrage mit.

Es sei nach § 22 der tierischen Lebensmittelhygiene-Verordnung zwar verboten, Fleisch von Hunden, Katzen, anderen hundeartigen und katzenartigen Tieren sowie von Affen zum Zwecke des menschlichen Verzehrs zu gewinnen oder in den Verkehr zu bringen. Waschbären (aber z.B. auch Dachse und Sumpfbiber) fallen nicht unter diese Verbotsregelung."Somit hat dieser Vorgang nichts mit ,Jäger-Latein’ zu tun, sondern entspricht der Realität”, so Dr. Lenz.  Was mit dem Fleisch geschieht, bleibt offen. Angeblich soll es schon mal als Beimengung von Schweinefleisch für besonders exotische Bratwürste verwendet worden sein. Möglich ist auch: Waschbärfleisch mit einer Marinade aus Essig, Zwiebeln und Gewürzen mehre Tage kühl stellen, dann im Bräter mit Wurzelgemüse und viel schwarzem Pfeffer fünf bis sechs Stunden auf kleiner Flamme garen. "Waschbär schmeckt wie Braunbär”, sagt Leser "Maximus”  in einem Online-Jagd-Forum über das Fleisch. Mehr Rezeptideen für vermeintlichen Waschbären-Gaumenschmaus finden sich auf amerikanischen Seiten im Internet unter dem Suchbegriff "raccoon recipes”. Im Land der Trapper ebenfalls verbreitet: Zubereitungstipps für die größte Beutelratte, das Opossum. Guten Appetit!

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