Wegen Audi-Diebstählen: Polizei gründet AG

Wegen der Häufig von Audi-Diebstählen in und um Kassel hat das Polizeipräsidium Nordhessen nun eine AG gegründet und gibt Tipps an Auto-Besitzer.

Kassel und Landkreis. Die Kriminaldirektion des Polizeipräsidiums Nordhessen hat eine Arbeitsgruppe (AG Union) eingerichtet, um die bislang verübten Audi-Diebstähle, die sich größtenteils im östlichen Raum Kassels ereignet haben, zentral und qualifiziert zu bearbeiten. Die Kasseler Polizei hat in Zusammenarbeit mit Brandenburger Kollegen zuletzt zwei Fahndungserfolge zu verbuchen. Zwei 36-jährige Polen konnten im Raum Cottbus festgenommen werden. Sie saßen am Steuer eines in Kassel-Bettenhausen gestohlenen Audi A 4 und eines in Niestetal-Heiligenrode entwendeten A 5 Cabriolets. Die beiden 36-Jährigen, die im dringenden Tatverdacht stehen, die Fahrzeuge im Kasseler Raum entwendet zu haben, sind am gestrigen Donnerstag, Haftrichtern der Brandenburger Justiz vorgeführt worden. Sie erließen gegen beide Tatverdächtige U-Haftbefehle.

Tipps an Auto-Besitzer

Die Kasseler Polizei wendet sich nun insbesondere an Audi-Besitzer, da diese derzeit besonders häufig von Diebstählen betroffen sind. Die Polizei gibt Tipps, wie sich Audi-, aber auch alle anderen Autobesitzer, gegen Diebstähle schützen können. Wie die Ermittler der AG Union berichten, gehen die Autodiebe arbeitsteilig vor. Den Beamten liegen Hinweise vor, dass die Täter in den autobahnnahen Wohngebieten die potentiellen Fahrzeuge zum Teil auch tagsüber ausbaldowern und dann in der Nacht entwenden. Der Modus Operandi ist hier unterschiedlich, da die Baujahre der Fahrzeuge variieren. Nicht nur neuwertige Fahrzeuge, sondern auch bis zu zehn Jahre alte Audis werden entwendet. Die Täter verfügen über Technik, die zum Öffnen auch neuester Modelle eingesetzt wird. Wegfahrsperren sind dabei kein Problem für die Täter. Nicht selten setzen die Autodiebe auch Technik zur Verlängerung von Funkwellen ein, die von Autoschlüsseln des sogenannten Keyless-System ausgestrahlt werden. Daher sollten Autoschlüssel solcher Systeme im Haus möglichst weit weg vom Fahrzeug deponiert werden. Der Schlüsselkasten oder die Schublade in der Nähe der Haustür sind in der Regel keine geeigneten Ablageorte, da sie in der Regel zu nah am Fahrzeug liegen. Auch ältere Audis sind häufig Objekt der Begierde. Sie dienen nicht selten als Ersatzteillager und können oft mit eher einfachen Mitteln gestohlen werden. Auch hier gilt, Zentralverriegelungen und Wegfahrsperren sind für Autodiebe kein Problem. Autobesitzer die über eine abschließbare Garage verfügen, sollten diese auch nutzen. Auch abgeschlossene Grundstücke bieten Schutz vor Autodieben. Wer keine Möglichkeiten hat, sein Fahrzeug sicher zu verwahren, sollte eine Lenkradkralle oder andere mechanische Sicherungen verwenden. Die Täter verfügen in der Regel nicht über Werkzeuge, um solche Sicherungen zu beseitigen und suchen sich lieber einfacher zu entwendende Fahrzeuge aus.

Ein ganz besonderer Apell geht an alle: Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer verdächtige Beobachtungen macht, dass gilt für die Nacht, aber auch für den Tag, wo mögliche Tatorte ausbaldowert werden, wird gebeten, sich über den Notruf 110 bei der Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen zu melden.

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