Zur Weihnachtszeit: Vermehrt Bettler in der Innenstadt - wann das Ordnungsamt eingreift

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Eine ältere Frau bittet in der Kasseler Königsstraße um Almosen. Und spricht jeden an.
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In der Weihnachtszeit sieht man vermehrt bettelnde Menschen. Das Ordnungsamt wird aber erst bei aggressivem Betteln aktiv.
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Mit Beginn des Weihnachtsmarkts sitzen vermehrt Bettler in der Kasseler Innenstadt. Auch die Stadt hat das beobachtet.

Kassel. Sie sitzen am Königsplatz, am Friedrichsplatz und vor den Geschäften in der Kasseler Innenstadt. „Bitte, bitte, bitte“, wiederholt eine ältere Frau mit Kopftuch, die Hände gefaltet, gebetsmühlenartig. Dass zur Weihnachtszeit, mit Beginn des Weihnachtsmarkts, die Zahl bettelnder Menschen steigt, hat schon fast Tradition. Denn während die Spendenbereitschaft an Bedürftige steigt, sitzen mehr Menschen in der Kasseler Innenstadt und betteln um Geld.

„Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr die Zahl bettelnder Menschen im Verlauf des Weihnachtsmarktes zunehmen wird. Beschwerden hat es in diesem Jahr noch keine gegeben“, sagt die Stadt Kassel auf Anfrage. In diesem Zusammenhang wird gerne das Wort Betteltourismus verwendet, bei der Menschen, zum Beispiel aus Südosteuropa, gezielt nach Deutschland reisen und um Geld betteln. Das Wort Betteltourismus möchte die Stadt nicht verwenden, stellt aber klar: „In den vergangenen Jahren haben sich während der Dauer des Weihnachtsmarktes mehr Menschen, die um Geld bettelten, in der Innenstadt aufgehalten.“

In der Weihnachtszeit sieht man vermehrt bettelnde Menschen. Das Ordnungsamt wird aber erst bei aggressivem Betteln aktiv.

Da liegt die Vermutung nahe, dass diese Menschen zum „organisierten Betteln“ gehören. Meist stecken dabei gut organisierte Banden dahinter, die gezielt Weihnachtsmärkte in Deutschland abklappern. Auch die Polizei beobachtete in den letzten Jahren mehr Bettler zur Weihnachtszeit, sah aber keine Hinweise auf ein bandenähnliches Netzwerk.

Verboten ist Betteln allerdings nicht: „Grundsätzlich ist es nicht verboten“, so die Stadt, „die Mitarbeiter des Ordnungsamts greifen aber ein, wenn bettelnde Menschen sich Passanten aggressiv in den Weg stellen, Passanten regelrecht verfolgen oder immer wieder die gleichen Personen hartnäckig ansprechen.“ In diesen Fällen schreiten die Ordnungspolizeibeamten ein und fordern die bettelnden Personen zunächst auf, das aggressive Verhalten zu unterlassen. „Wenn der Aufforderung nicht nachgekommen wird, kann auch ein Platzverweis erteilt werden.“

Sicher über den Weihnachtsmarkt: Die Polizei gibt Tipps

Viele Menschen, die jede Menge kaufen wollen. Auf dem Weihnachtsmarkt ist viel Geld im Umlauf, weswegen die Polizei vor Taschendieben warnt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 127.376 Taschendiebstähle angezeigt, es entstand ein Schaden von 41,3 Millionen Euro. Damit der Bummel über den Weihnachtsmarkt ein Genuss wird, gibt die Polizei folgende Tipps: Nur so viel Bargeld und Zahlungskarten mitnehmen, wie benötigt werden. Geld, Zahlungskarten, Papiere und andere Wertgegenstände immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung aufbewahren.

Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper tragen. Werden Sie misstrauisch, wenn Sie plötzlich angerempelt oder „in die Zange“ genommen werden. Wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist und Ihnen die Zahlungskarte entwendet wurde, diese sofort mit dem Sperrnotruf 116 116 sperren. Sollte die eigene Bank nicht unter dieser Nummer zu erreichen sein, sollte man sich direkt an die Bank wenden. Damit die Debitkarte (z.B. girocard, früher EC-Karte) auch für das elektronische Lastschriftverfahren gesperrt werden kann, für das lediglich eine Unterschrift benötigt wird, muss der Verlust bei der Polizei gemeldet werden.

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