Wenn der Wind weht: Briefwechsel von Rainer Hahne an Bischof Hein

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In seinem Briefwechsel wendet sich EXTRA TIP-Chefredakteur Rainer Hahne an Bischof Martin Hein und Carsten Rahier, Verbands-Vorsitzender Hessenmetall.

Briefwechsel. Sehr geehrter Bischof Prof. Dr. Martin Hein, sehr geehrter Carsten Rahier,

kennen Sie die alte Volksweisheit "Wenn der Wind weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern”?  Wohl nie war sie so aktuell wie heute. Während in einigen Bereichen Europas Zäune gebaut werden, wird von vielen Menschen versucht, positiv mit der großen Zahl Menschen umzugehen, die sich in unserem Land in Sicherheit bringen wollen.Sie, Bischof Prof. Dr. Martin Hein, haben bereits vor einigen Wochen für großes Aufsehen gesorgt, als Sie im EXTRA TIP-Gespräch gefordert haben, im Notfall die evangelischen Kirchen in Kurhessen-Waldeck für Flüchtlinge zu öffnen. Einige Reaktionen von sogenannten Gläubigen haben sie erschrocken gemacht wie sie selbst auf der Herbstsynode gesagt haben. Trotzdem haben Sie Ihre Aussage noch einmal wiederholt und an alle Gläubigen appelliert, nicht mit Angst, sondern aus der Kraft des Glaubens auf die Herausforderungen zu reagieren.

Sie, Herr Bischof, wissen ganz genau, dass die Integration der Flüchtlinge die große Aufgabe der Zukunft ist.  Daran geht kein Weg vorbei.  Wie kann es gelingen, den Christen unter den Flüchtlingen eine neue geistige Heimat zu geben? Wie begegnen wir dem neuen arabischen Islam, der gerade in Deutschland entsteht?Ihre reformatorische Freiheit, haben Sie erkannt, wird sich gegen den deutlichen Gegenwind aus der radikalen Ecke bewähren müssen. Aber das kann Ihre Kirche nur aufwerten, wenn sie Ecken und Kanten bekommt.  Nichts wäre schlimmer als Christen, die in ihrer warmen Kirche das Weihnachtsfest feiern, an Josef und Maria denken. An Jesus, der in einer Krippe im Stall  geboren wurde, während Flüchtlinge bei uns in Zelten hausen müssten. Was wäre das für eine unglaubliche Verlogenheit.

Sie, Carsten Rahier, sind der Vorsitzende des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen. In der alljährlichen Herbstumfrage haben Sie ihre Unternehmer auch zum Thema Flüchtlinge befragt. Acht Prozent haben schon einen Flüchtling eingestellt. Wie sie das geschafft haben, ist mir bei all den Hürden ein Rätsel. Aber wichtig ist, dass weitere 34 Prozent der Unternehmen das ebenfalls tun wollen.Da ist es vorbildlich, dass Ihr Verband ebenfalls eine Windmühle aufbauen will. Personalverantwortliche Ihrer Firmen wollen Flüchtlinge fachkundig beraten und helfen, sie in den passenden Firmen unterzubringen. Die Minister, die dafür zuständig sind, können weiter auf Tauchstation bleiben. Geleistet haben sie sich bisher sowieso nur Pleiten, Pech und Pannen.

Mit freiheitlichen Grüßen,Rainer HahneChefredakteur

Ps. An der europäischen Außengrenze können wir mittlerweile sehen, wie Soldaten mit Gummiknüppeln auf unbewaffnete Flüchtlinge, auf Männer, Frauen und Kinder einschlagen. Genau so stelle ich mir ein freiheitliches Europa vor.

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