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Wer kann „Krümel“ bei sich aufnehmen? Riesen-Hundekopf sucht neues Zuhause

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Von: Ulf Schaumlöffel

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Das Netzwerk IFM -  Initiativen für Materialkreisläufe gibt den Hund zur Adoption frei!
Das Netzwerk IFM - Initiativen für Materialkreisläufe gibt den Hund zur Adoption frei! © Foto: Schaumlöffel

Moondog „Krümel“ muss bis zum 22. Juli ein neues zu Hause finden. Sonst wird er geschreddert.

Kassel Im documenta-Ausstellungsort „Hübner Areal“ in der Agathofstraße 15 gehört er mit zu den absoluten Hinguckern: Der Moondog, der lange als Bühnenbild für ein Theaterstück im Schauspielhaus Bochum diente. Nun wird ein neues Zuhause für den Riesen-Hundekopf gesucht, der im Inneren hohl ist und auf einer Stahlkonstruktion beruht (Die ist aber in vier Teile zerlegbar).

Das Netzwerk IFM - Initiativen für Materialkreisläufe gibt den Hund zur Adoption frei! Der Moondog aus dem gleichnamigen performativen Konzert war zuletzt zwei Jahre auf Bühnen und vier Jahre in temporären Lagern der Materialverwaltung on Tour im Ruhrgebiet unterwegs.

Moondog „Krümel“ muss bis zum 22. Juli ein neues zu Hause finden. Sonst wird er geschreddert. Oder wie es die IFM ausdrückt: digitalisiert, dekonstruiert und die Materialien und 3D Modelle für eine kreative Nutzung weitervermittelt.

Das neue Frauchen oder Herrchen sollte für den Hundekopf allerdings etwas Platz einplanen. Denn: Er ist rund drei Meter hoch. Anfragen können Interessierte an moondog-documenta@posteo.de richten. Der Hund wird kostenlos abgegeben, kann selbst abgebaut werden oder die IFM kann für einen Transport sorgen.

Die Abgabe enthält allerdings ein paar Adoptions-Bedingungen

1. Der Moondog wird vorzugsweise an Personen oder Institutionen abgegeben, deren Fokus auf Nachhaltigkeit liegt.

2. Der Moondog wird im aktuellen Zustand adoptiert. Die neuen HalterInnen werden über Krankheiten des Moondog informiert und verpflichten sich außerdem, jederzeit die notwendige Instandhaltung des Moondog zu gewährleisten

3. Die IfM muss bei erforderlichen Reparaturen konsultiert werden.

4. Bevorzugt werden Personen und Institutionen, die den Moondog nicht ausschließlich in einem Lager halten und oder an die Kette legen.

5. Im Falle der vorübergehenden Lagerhaltung ist ein Lager mit mindestens 6x6x3 Meter wettergeschützten Lebensraum einzuhalten. Die Temperatur sollte ca. 18-20 Grad betragen und der Moondog UV geschützt sein.

6. Die IfM behält sich das Recht vor den Moondog alle fünf Jahre auf zwei Monate für Ausstellungszwecke auszuleihen.

7. Bei einem Verkauf muss die IfM über den Verkauf informiert werden und 15% des Mehrwerts erhalten.

8. Das Verhältnis zwischen IfM und allen weiteren NacheigentümerInnen wird durch die Weiterverwendung des ursprünglichen Adoptionsvertrages aufrecht erhalten.

9. Die IfM hat das Recht auf die Hälfte der Miete, die den EigentümerInnen bei eventuellen Ausstellungen zufließt.

10. Die wirtschaftlichen Vorteile fließen der IfM auf Lebenszeit zu und darüber hinaus auf Lebenszeit ihren Nachfolgeorganisationen.

11. Die neuen EigentümerInnen haben das formelle Recht von der IfM eine Bescheinigung über Geschichte und Herkunft des Moondog zu erhalten.

12. Der Moondog darf wegen auftretenden Problemen z.B. bei Entlaufen, Rauhbeinigkeit oder Ungehorsam, nicht getötet werden. Die BesitzerInnen haben sich mit der IfM in Verbindung zu setzen und den Monolog ggf. zurückzugeben.

13. Die IfM übernimmt keinerlei Garantie oder sonstige Gewähr für bestimmte Eigenschaften oder Verwendungsmöglichkeiten des Moondog, auch nicht dafür, dass der Moondog eine bestimmte Beschaffenheit für eine bestimmte Dauer behält.

14. Der Moondog muss bis 22.07.2022 adoptiert werden. Danach wird er digitalisiert und zur kreativen Wiederverwertung freigegeben.

Netzwerktreffen

Vom 22.- 24.7 findet das dritte Netzwerktreffen der IFM auf der documenta fifteen statt um eine Verbandsgründung der Initiativen für Materialkreisläufe vorzubereiten. Die 21 Initiativen im deutschsprachigen Raum stellen sich der Frage: Wo kommen Materialien her und wo gehen sie hin? Die Materiallager können als Lumbung - gemeinsamer Reisspeicher - im Sinne des kuratorischen Konzepts verstanden werden. In enger Zusammenarbeit der Materialinitiativen und ruangrupa werden Materialien aus dem Ausstellungskontext der documenta fifteen im Laufe der 100 Tage inventarisiert und danach
weitervermittelt. Durch die Verbindung von Material und Öffentlichkeit wird ein Stoffwechsel wiederbelebt.

https://www.instagram.com/ifm_materialkreislaeufe/

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