Wilhelmshöher Allee teuer saniert, maroden Gehweg vergessen

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In den buckligen Gehweg wurde ein neuer Blindenleitstreifen geprügelt.

Im Rahmen der Millionen-Sanierung der Wilhelmshöher Allee wurden in Kassel auch neue Blindenleitstreifen angelegt. Den Bürgersteig ließ man jedoch in seinem völlig maroden Zustand – das Ergebnis: Stümperhaft!

Kassel.  Ins Rasengleis in der Mitte der Straße wurde ein Bewässerungssystem integriert, die Abfallbehälter am Rand der Straße tragen stolz ein eingestanztes „documenta-Stadt“ Kassel: Bei der Sanierung der Wilhelmshöher Allee stand ihre optische Aufwertung mit Baumpflanzungen und neuen Sitzbänken ganz oben auf der Agenda.

 Jetzt, nach Abschluss der 2,1 Millionen Euro teuren Maßnahme (1,9 Mio. Euro gab es vom Bund) zeigt sich jedoch, dass die Planung nur bis zur Bordsteinkante ging. Während nämlich monatelang gebuddelt und gebaut, gepflastert und asphaltiert wurde, hat man den Gehweg vor dem Schulverwaltungsamt gegenüber der Ingenieur-Schule einfach außen vor gelassen. Fehlende und kaputte Platten wurden notdürftig mit Asphalt geflickt, so dass die Oberfläche immer buckliger wurde und nun für die Fußgänger einige Stolperfallen bereit hält. Ganz dick kommt es am Ampelüberweg zur Haltestelle – da wurde ein Blindenleitstreifen so stümperhaft in den Gehweg gehämmert, dass die Ränder des eigentlich barrierefreien Systems über das Gehwegniveau hinausragen.

Ein einziger Flickenteppich: Der Gehweg an der Wilhelmshöher Allee.

Bei der Stadt Kassel sieht man das nicht so dramatisch: „Der Gehweg befindet sich in keinem optimalen, jedoch in einem verkehrssicheren Zustand“, antwortet Stadt-Sprecher Michael Schwab auf EXTRA TIP-Nachfrage.

Nur noch Kopfschütteln haben Passanten dafür übrig, müssen sie dann sehen, dass die neuen Bänke in direkter Nähe einen feinsäuberlich gearbeiteten Pflastergrund erhielten. Und im Kreuzungsbereich zur Murhardstraße dem Gehweg durchaus ein neuer Plattenbelag spendiert wurde.

Neues Pflaster – aber nur unter den neuen Bänken.

Stadt-Sprecher Michael Schwab: „Die angesprochenen bereits durchgeführten Maßnahmen resultieren aus dem dortigen Umbau der KVG Straßenbahnhaltestelle und der gestalterischen Aufwertung der Wilhelmshöher Allee. Leider war es aus finanziellen Gründen nicht möglich, diesen angesprochenen Baumaßnahmen zeitlich synchronisiert zu folgen.“

Zumindest die Notwendigkeit, sich auch diesem Bereich anzunehmen, sieht die Stadt Kassel. Michael Schwab: „Es ist vorgesehen, den Gehweg in den nächsten Jahren vom Königstor bis zur Querallee instand zu setzen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, zudem liegt ebenfalls noch keine Kostenkalkulation vor.“

ZWISCHENRUF

Baustellenplanung ist kein Kinderspiel. Das möchte so manch genervter Bürger manchmal nicht glauben, wenn er dann – vor allem als Autofahrer – mit Umleitungen und Sperrungen konfrontiert wird. Aber die Experten machen es sich nicht leicht, das dürfen wir so annehmen. Auch die Sache mit den Fördertöpfen kann man noch nachvollziehen: Geld für Rasengleis, Hecken, Bäume, Bänke und Mülleimer kommt vom Bund – für eine Gehwegsanierung müsste die Stadt selbst in die Tasche greifen. Und dafür ist kein Geld vorhanden, so das offizielle Statement von der Stadt Kassel. Wie viel es gekostet hätte, die paar Meter Gehweg gleich mitzusanieren? Antwort nicht möglich, da noch keine Kostenkalkulation vorliegt. Man weiß im Rathaus also nicht, was es kostet – aber man weiß, dass man dafür kein Geld hat. Auf die Idee, die Kosten für ein paar hundert Meter Gehwegplatten zu kalkulieren, wenn man sowieso rechts und links eines kaputten Gehwegs am Bauen ist – da ist offenbar niemand der Experten drauf gekommen. Ein Blick in die Projektbeschreibung hätte ja vielleicht den Anstoß gegeben: „Gestalterische Aufwertung der Wilhelmshöher Allee“ heißt es da.

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