Wilhelmshöher Allee: Uni-Profs springen Stadtbaurat zur Seite

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Zum Thema Umbau Wilhelmshöher Allee haben sich Stadtplaner der Kasseler Uni zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief unterstützen sie Christof Nolda.

Kassel.  Eine kontroverse Diskussion herrscht zur Zeit in der Kasseler Stadtgesellschaft zum Thema Umbau Wilhelmshöher Allee. Dabei im Kreuzfeuer: der Stadtbaurat Christof Nolda. Nun springen ihm Professoren und Mitarbeiter des "Instituts für Urbane Entwicklungen der Universität Kassel” zur Seite. In einem offenen Brief an die Stadtverordneten und die Presse  teilen sie ihre Verwunderung  mit, mit der sie die Berichterstattung in den letzten Tagen zu kontroversen Themen der Stadtentwicklung in Kassel verfolgen.

Rücktrittsforderungen unverständlich

"Insbesondere an der geplanten Umgestaltung der Wilhelmshöher Allee hat sich Kritik festgemacht, die sich gegen Stadtbaurat Christof Nolda entzündet. Dass inzwischen gegen ihn Rücktrittsforderungen aufgrund eines Projekts erhoben werden, das sich noch in einer frühen Vorbereitungsphase befindet, erscheint uns bei allem Verständnis für eine kontroverse politische Auseinandersetzung unverständlich.”Sie fordern angesichts der komplexen Herausforderungen, die Kassel derzeit bewältigen muss, eine Rückkehr zur konstruktiven Sacharbeit zum Wohle der Stadt.

"Mit teilweise überhaupt nicht nachvollziehbaren Argumenten wird gegen die Umgestaltung der Wilhelmshöher Allee gewettert. Der Vorwurf richtet sich gegen eine angebliche Verringerung der Leistungsfähigkeit der Straße für den Autoverkehr. Dabei weist die Wilhelmshöher Allee in ihrem westlichen Teil ohnehin derzeit nur zwei Fahrstreifen auf, und die derzeitigen Überlegungen zu ihrem Umbau zielen im Übrigen darauf ab, nicht für den Autoverkehr erforderlichen Raum besser zu nutzen, so dass die Straße auch für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer attraktiver wird. Genau dies hat die inzwischen mit zum Welterbe gehörende Straße bitter nötig, damit sie sich zu einem Boulevard europäischen Rangs weiterentwickeln kann, auf der Menschen nicht nur schnell vorbeifahren, sondern auch gerne flanieren und sich aufhalten.”, schreiben Prof. Dr. Uwe Altrock, Prof. Dr. Ulf Hahne, Dieter Hennicken, Prof. Dr. Helmut Holzapfel, Prof. Dr. Lutz Katzschner, PD Dr. Harald Kegler, Prof. Dr. Carsten Keller, Prof. Christian Kopetzki, Prof. Rainer Meyfahrt, Prof. Julian Petrin und Prof. Dr. Cyrus Zahiri.In weiteren Ausführungen gehen sie auf die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Kasseler Straßen  ein, die große Erfolge nach sich gezogen hätte. "An erster Stelle ist dabei die Umgestaltung der Goethestraße zu nennen, die nicht nur einen herausragenden und intensiv genutzten städtischen Erholungsraum geschaffen, sondern im Jahr 2014 sogar den Deutschen Städtebaupreis gewonnen hat.”

Menschenfeindliche Stadtautobahnen

Das Schlussplädoyer der Stadtplaner: "An der Universität erleben wir täglich, wie menschenfeindlich und unattraktiv die Holländische Straße und die Kurt-Wolters-Straße sind. Deshalb können wir die Versuche des Magistrats nur begrüßen, diesem ganz wesentlichen Qualitätsdefizit der Stadt Kassel Schritt für Schritt abzuhelfen und bessere Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer in der Stadt zu entwickeln. Wir fordern alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung dazu auf, sich hieran konstruktiv zu beteiligen und sich der Stimmungsmache für eine unsoziale und einseitige Vorherrschaft des Automobils zu enthalten.”

Hier der Offene Brief in voller Länge als pdf-Datei:

Hier die Statements der Parteien:

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