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Er will Kassel heißer machen: Influencer Rusko Star provoziert Hater und Uglies

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Von: Nadja Feldle

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Zum „hot sein“ gehören laut Rusko Star Selbstliebe und Selbstbräuner ebenso dazu wie authentisches Auftreten und Selbstvertrauen.
Zum „hot sein“ gehören laut Rusko Star Selbstliebe und Selbstbräuner ebenso dazu wie authentisches Auftreten und Selbstvertrauen. © Feldle

„Viele kommen halt nicht damit klar, dass sie nicht so sein können wie ich. Das ist schade, denn schließlich will ich allen helfen, auch so heiß zu werden wie ich es bin", sagt der Youtuber.

Kassel. Jede Zimmertür seiner Wohnung ist mit einem Foto von sich selbst beklebt, denn „schließlich bin ich selbst meine größte Inspiration“, erzählt Rusko Star – und die will er überall sehen. „Wenn ich morgens aufwache denke ich ‚Wow! Bin ich hot (dt. heiß)‘ und dieses Gefühl möchte ich an alle Menschen weitergeben. Sie sollen lernen, auch so heiß zu sein wie ich“, sagt der Influencer selbstbewusst.

„Viele Hasser verstehen einfach nicht, wie ich so heiß sein kann!“, sagt Rusko Star selbstbewusst.
„Viele Hasser verstehen einfach nicht, wie ich so heiß sein kann!“, sagt Rusko Star selbstbewusst. © Instagram/@thisisrusko

Seit Juli ist Ruzmir Satic in den sozialen Netzwerken nur noch als sein Alter Ego Rusko Star unterwegs und provoziert mit seiner Selbstliebe und dem daraus resultierenden Selbstbewusstsein.

„Viele kommen halt nicht damit klar, dass sie nicht so sein können wie ich. Das ist schade, denn schließlich will ich allen helfen, auch so heiß zu werden wie ich es bin. Ich entwickele zum Beispiel gerade einen Fotofilter für Instagram, damit sich Menschen so heiß fühlen können wie ich und mehr Hotness abkriegen. Ich bin so ein guter Mensch“, sagt der Kasseler von sich selbst und bekommt dabei Tränen in die Augen. Im Hintergrund läuft sein eigener Song ‚Attention Whore‘, den er 2011 veröffentlichte. Für die negativen Kommentare von den ‚Uglies‘ (dt. Hässlichen) hat er kein Verständnis. Es kann nur der Neid sein oder aber die Menschen denken einfach nicht auf seiner Ebene, ist sich Rusko Star sicher.

„Gerade Kassel hat so viele Uglies, doch ich möchte meine Heimat hotter machen. Mal ehrlich... nicht der Herkules ist der Tourismusmagnet in unserer Stadt – ich bin es“, ist sich der Anfang 30-Jährige sicher. Als er dies auf Twitter kund tat, blockierte ihn die Stadt Kassel daraufhin. Völlig unverständlich für Rusko Star. „Um den armen Uglies zu helfen, bin ich gerade dabei die ‚Help the Uglies Foundation‘ zu gründen und stelle auf meinem Youtube-Kanal Selbsthilfe-Videos online. Wie gesagt, ich möchte bloß helfen alle hot zu machen.“

Er möchte doch nur helfen. Der Kasseler Rusko Star trifft oft auf Unverständnis für seine Art. Daher gründete er nun die ‚Help the Ugly Foundation‘, um diesen Menschen zu helfen.
Er möchte doch nur helfen. Der Kasseler Rusko Star trifft oft auf Unverständnis für seine Art. Daher gründete er nun die ‚Help the Ugly Foundation‘, um diesen Menschen zu helfen. © Instagram/@thisisrusko

Denn Rusko ist sich sicher: Wird die Welt hotter und lieben sich die Menschen vermehrt auch selbst, sind sie nicht mehr hasserfüllt und hässlich und somit würde der Friede einkehren.

„Ich finde für diesen Einsatz habe ich eigentlich schon den Friedensnobelpreis verdient und war auch ein bisschen enttäuscht, als ich kürzlich nicht berücksichtigt wurde. Aber naja, meine Hotness konnten selbst die schlauen Menschen im Komitee nicht realisieren.“ Klar...

Kommentar von Nadja Feldle: Heiß oder (Hirn-)verbrannt

In jeder Zeitschrift liest man davon, dass man sich selbst lieben und akzeptieren soll. Dann macht es mal einer und fühlt sich heiß und wunderbar, dann ist es auch wieder falsch. Rusko Star provoziert mit seiner übertriebenen Selbstliebe, doch warum eigentlich? Ist unsere Gesellschaft so hässlich geworden, dass wir nicht mehr gönnen oder solch ein Selbstbewusstsein einfach akzeptieren können? Zumal der Influencer und selbst ernannte Prophet ja niemandem etwas böses möchte – im Gegenteil, will er doch bloß, dass sich die Menschen auch so geil und super fühlen wie er es nach jedem Blick in den Spiegel tut. Gerade im Netz geht es doch so oft um ein positives Körpergefühl, die Akzeptanz von sich selbst mit allen Fehlern (in Ruskos Fall die Akzeptanz vom Nicht-vorhandensein von Fehlern) oder der Liebe von Dingen, die nicht der Norm entsprechen. Doch in der Möchtegern-Anonymität wird in den sozialen Medien größtenteils gehetzt, gehasst und geschimpft. Da fehlt es an allen Formen von Liebe. Dagegen stellt sich Ruzmir Satic beziehungsweise Rusko Star und hält den Hassern einfach provokant den Spiegel vor. Denn nur wer nicht so hot ist wie er, fühlt den Hass und den Neid. Also, seien wir ein bisschen mehr wie Rusko Star. Akzeptieren und lieben uns und alle anderen. Go Rusko, make germany hot again!

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