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Wintershall Dea zieht sich komplett aus Russland zurück

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Wintershall Dea beabsichtigt, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen
Wintershall Dea beabsichtigt, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen ©  Wintershall Dea/Justin Jin

„Eine Fortführung unseres Geschäftes in Russland ist nicht haltbar“

Kassel. Wintershall Dea beabsichtigt, sich vollständig aus Russland zurückzuziehen. Dieser Grundsatzentscheidung des Vorstands der Wintershall Dea hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Das Unternehmen wird das Land in geordneter Weise und unter Einhaltung aller anwendbaren rechtlichen Verpflichtungen verlassen.  „Wintershall Dea wird ihre Aktivitäten in Russland beenden. Eine Fortführung unseres Geschäftes in Russland ist nicht haltbar. Russlands Angriffskrieg ist nicht vereinbar mit unseren Werten. Er hat die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa zerstört,“ so Wintershall Dea CEO Mario Mehren. „In den vergangenen Monaten hat die russische Regierung die Tätigkeit westlicher Unternehmen im Land eingeschränkt. Zusätzlich haben externe Eingriffe in die Aktivitäten unserer Joint Ventures dazu geführt, dass Wintershall Dea nicht wie bisher in Russland tätig sein kann. Die Joint Ventures wurden de facto wirtschaftlich enteignet.“

Bereits unmittelbar nach Beginn des Krieges hatte Wintershall Dea den Angriffskrieg verurteilt und reagiert. Das Unternehmen hat den sofortigen Stopp von Investitionen in neue Projekte in Russland und mit russischen Partnern außerhalb Russlands veranlasst. Seitdem hat das Unternehmen sein Russlandgeschäft kontinuierlich auf den Prüfstand gestellt. 

Finanzielle Flexibilität trotz einmaligem Verlust in Höhe von 5,3 Mrd. € 

Wintershall Dea hat ihr Russlandgeschäft zum 4. Quartal 2022 aus der Finanzberichterstattung entkonsolidiert. Infolgedessen wird das Unternehmen voraussichtlich einen einmaligen, nicht zahlungswirksamen Aufwand in Höhe von 5,3 Milliarden Euro vornehmen. Dieser bezieht sich auf die russischen Joint Ventures der Wintershall Dea sowie Abschreibungen an den Beteiligungen der Nord Stream AG und der WIGA-Transport Beteiligungs-GmbH & Co. KG. Wintershall Dea hat sich im vergangenen Jahr einen erheblichen finanziellen Spielraum geschaffen. Seit Beginn des Krieges hatte das Unternehmen seinen Finanzrahmen umsichtig angepasst und die russischen Aktivitäten aus der Planung herausgenommen.

 „Wir sind auf diesen schwierigen Moment vorbereitet“, sagt Mario Mehren. „Wir haben umsichtig finanzielle Flexibilität aufgebaut und eine hohe Ausgabendisziplin beibehalten. Wir diversifizieren unser Portfolio mit dem Ziel, zukünftig außerhalb Russlands moderat zu wachsen. Und wir investieren in Dekarbonisierungslösungen wie Carbon Management und Wasserstoff, die bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Wir werden unsere Zukunft als stabiles, widerstandsfähiges und anpassungsfähiges Unternehmen gestalten.“ 

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