Wird Kiffen bald legal?

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Das sagt die Drogenhilfe Nordhessen e.V. zum Thema Cannabis-Legalisierung.

Region/Frankfurt. Wird Cannabis bald legalisiert? Zumindest forderten das kürzlich mehr als hundert Strafrechtsprofessoren bei einer Fachtagung in Frankfurt. Der Verbot von Cannabis verstoße gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit und sei deshalb sogar verfassungswidrig, hieß es unter anderem auf der Fachtagung.

lokalo24.de befragte Geschäftsführerin Angela Waldschmidt von der Drogenhilfe Nordhessen e.V zum Thema:"Zunächst einmal muss man bei dem Thema Legalisierung ganz klar unterscheiden um welche Art von Legalisierung es sich handelt," erklärt die Geschäftsführerin. Zur kontrollierten medizinischen Anwendung, z.B. bei Krebspatienten, habe sie von ihrer Seite aus keine Einwände.

"Wenn es aber darum geht, dass man Cannabis in der Apotheke, wie beispielsweise Aspirin kaufen kann bin ich zwiespältiger Meinung," so Angela Waldschmidt weiter. "Auf der einen Seite muss man sehen, dass der Konsum von Cannabis längst nicht mehr ausschließlich ein Thema für die Jugend ist. Auch wenn es verboten ist,wird er tagtäglich von Menschen allen Alters in Deutschland konsumiert. Dabei sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass Cannabis heute wesentlich intensiver geworden ist als noch vor einigen Jahren".

Die Konzentration des Rauschmittels ist um ein Vielfaches höher, betont Waldschmidt. Hinzu komme, dass Cannabis durch andere Stoffe verunreinigt worden sein kann. Mit dem legalen Erwerb in der Apotheke könnte man zumindest der Gefahr einer Verunreinigung vorbeugen. Auf der anderen Seite sollte Cannabis auf keinen Fall verharmlost werden. Es kann durchaus auch stark gesundheitsschädigend sein. "Das hängt immer ein Stück weit von dem Menschen ab, der es konsumiert. Wenn Cannabis einfach frei verkauft würde, sehe ich auch eine Problematik in der Vermarktung. Sicherlich hätte die Wirtschaft dann ein starkes Interesse an einem möglichst hohen Absatz des Produktes. Das birgt wiederum die Gefahr des Missbrauchs. Meiner Meinung nach ist jedoch in den nächsten Jahren mit einer "offenen" Legalisierung von Cannabis nicht zu rechnen. Zu ideologisch wird das Thema von den meisten noch behandelt und zu viele Fragen für die Umsetzung einer Legalisierung müssten noch geklärt werden," so Angela Waldschmidt abschließend.

Damit bleibt es spannend, wenn es um die Frage einer Legalisierung von Cannabis geht. Ziemlich gewiss ist aber eines: Zumindest in absehbarer Zeit wird die Droge wohl in Deutschland noch nicht im freien Handel erhältlich sein.

Telefonische Hilfe zum Thema Jugend und Suchtberatung gibt es unter Telefon: (0561) 10 36 41

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