Was wird aus dem Trafohaus am Kasseler Lutherplatz?

+
Derzeit unklar: Die weitere Nutzung der alten Trafostation.

Der denkmalgeschützte Bau am Lutherplatz ist seit Langem eine Ruine. Über die weitere Nutzung wird noch immer diskutiert.

Kassel. Das Gelände zwischen dem alten Trafohaus und der Lutherkirche ist seit Jahren Treffpunkt der Drogenszene. Das Trafohaus steht seit rund zwei Jahren roh und beschmiert da, als solle es bald abgerissen werden. Doch was passiert nun mit dem denkmalgeschützten Bau aus den 50er Jahren, der bis 2013 noch von einer Kulturinitiative mitbenutzt wurde?

Vor zwei Jahren hieß es: Ein Antrag der Städtischen Werke, das denkmalgeschützte Gebäude abzureißen, liegt bereits vor. Eine Entscheidung darüber stehe aber noch aus, weil die Hürden hoch seien, Denkmäler abzureißen. Die Städtischen Werke haben bereits vor längerer Zeit neben dem Trafohaus eine kleinere Trafostation aufgebaut. Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke (Eigentümer des Geländes) berichtet auf Anfrage: „Anfangs war geplant, die alte Trafostation weiter zu nutzen und die neue Station darin zu integrieren.“ Dann habe man aber festgestellt, dass die Bausubstanz so marode sei und hohe Investitionen nötig seien, um das Gebäude so umzurüsten, damit es den heutigen technischen Anforderungen entspricht.

„Allein die Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz sind sehr hoch. Da wir die Einkünfte von der Bundesnetzagentur nicht einfach auf die Kosten für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes umlegen können, haben wir uns dazu entschieden, die kleine Station neben der alten Anlage aufzustellen.“

Als Trafohäuschen wird der 50er-Jahre Sonderbau nun schon seit Jahren nicht mehr genutzt. Derzeit sei man mit einem Verein im Gespräch, inwieweit dieser das Gebäude künftig nutzen könne. „Wir wären glücklich, wenn die weitere Nutzung des Häuschens möglichst bald vertraglich festgelegt werden könnte“, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda, „eine Entscheidung muss jedenfalls her. Sollte sich in nächster Zeit nichts ergeben, was die weitere Nutzung durch einen Verein angeht, würde ich den Städtischen Werken raten, einen Antrag auf Abbruch beim Landesamt für Denkmalschutz zu stellen.“ Ansonsten habe die Stadt Kassel jedoch keine Möglichkeit, über die Zukunft den Häuschens zu entscheiden. Die Entscheidungsmacht liege bei den Städtischen Werken.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Sprache achtsam einsetzen: NVV schafft Begriff „Schwarzfahren“ ab
Kassel

Sprache achtsam einsetzen: NVV schafft Begriff „Schwarzfahren“ ab

Mit der Aktion soll gegen Diskriminierung vorgebeugt werden. Ist der Begriff nicht mehr zeitgemäß?
Sprache achtsam einsetzen: NVV schafft Begriff „Schwarzfahren“ ab
Clairmont Moore: Vom DJ zum „Beat Man“ in der Königsstraße
Kassel

Clairmont Moore: Vom DJ zum „Beat Man“ in der Königsstraße

Clairmont Moore aus Boston ist eine Kasseler DJ-Legende. Jetzt trommelt er auf ausrangierten Küchenutensilien in der Kasseler Königsstraße.
Clairmont Moore: Vom DJ zum „Beat Man“ in der Königsstraße
Sperrung ab Donnerstag: Vorarbeiten für Großbaustelle an den „Drei Brücken“ beginnen
Kassel

Sperrung ab Donnerstag: Vorarbeiten für Großbaustelle an den „Drei Brücken“ beginnen

Für die Erneuerung der „Drei Brücken“ über die Wolfhager Straße in Kassel wird es erstmals am Donnerstag zu deutlichen Einschränkungen im Verkehrsablauf kommen.
Sperrung ab Donnerstag: Vorarbeiten für Großbaustelle an den „Drei Brücken“ beginnen
Mäzen Gerhard Klapp in ARD-Doku über Schwarzgeld im Amateurfußball: „Wer Geld hat, bekommt die guten Spieler“
Kassel

Mäzen Gerhard Klapp in ARD-Doku über Schwarzgeld im Amateurfußball: „Wer Geld hat, bekommt die guten Spieler“

In Nordhessen ist Gerhard Klapp nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Mäzen im Fußball wohl bekannt. Jetzt ist er in einer ARD-Doku über Schwarzgeld im …
Mäzen Gerhard Klapp in ARD-Doku über Schwarzgeld im Amateurfußball: „Wer Geld hat, bekommt die guten Spieler“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.