Wo steht das Klavier? Im Bahnhof!

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In der ehemaligen Schalterhalle des Kasseler Hauptbahnhofs steht wieder ein Klavier. Der erste, der das Musikinstrument „auf Herz und Nieren prüfte“ war der Kasseler Musiker Urban Beyer. Dahinter (v.l.) Frank Eichler, Susanne Völker und Joe Finer. 

Kasseler Kulturbahnhof hat sein öffentliches Klavier wieder

Kassel Jetzt schallt wieder lebendiger Rock, beruhigender Blues oder ein wenig Bach und Beethoven durch den Kasseler Hauptbahnhof. In der ehemaligen Schalterhalle steht seit Anfang dieser Woche wieder ein Klavier. Ziemlich genau ein Jahr lang mussten Bahngäste, Passanten und andere Besucher des Kasseler Hauptbahnhofs auf „ihr“ Piano verzichten. Rückblick: Im Jahr 2018 hatte der in Kassel lebende Engländer Joe Finer die Idee – nach dem Vorbild anderer großer Bahnhöfe wie der in Paris, London und Brüssel – auch auf einem Kasseler Bahnhof ein Klavier aufzustellen. Es folgte eine Anfrage bei der Bahn, und diese stimmte Finers Idee zu. „Zwar nicht im Bahnhof Wilhelmshöhe aber immerhin doch im Kasseler Hauptbahnhof durfte ich ein Klavier aufstellen“, erzählt Finer, „was ja auch nicht schlimm ist – im Gegenteil – denn der Kasseler Hauptbahnhof ist ja auch Kulturbahnhof.“

Also organisierte Finer – gemeinsam mit Frank Eichler vom Musikhaus Eichler – das erste Klavier für den Kasseler Hauptbahnhof. „Es wurde fantastisch angenommen“, sagt Finer, „egal ob Pendler, Tourist oder Daytripper, irgendjemand saß immer am Klavier und spielte.“

Allerdings hielt das Piano den Standort und die ständige Belastung nur knapp drei Jahre aus, dann war es kaputt und musste im Frühjahr 2021 entfernt werden. Finer und Eichler gingen auf die Suche nach einem Spender für ein neues-altes Klavier und wurden fündig. Finer: „Familie Kannwischer spendete uns eins, Frank Eichler holte es und richtete es her und jetzt haben wir wieder eins im Bahnhof stehen.“ Mit dabei bei der offiziellen „Inbetriebnahme“ waren neben Finer und Eichler auch Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker sowie der Kasseler Profi-Musiker Urban Beyer (Herrenkonfekt). Und der entlockte dem Piano direkt die schönsten Melodien, so dass bereits nach wenigen Minuten zahlreiche Neugierige am Musikinstrument verweilten, um den Klängen zu lauschen. „So wie es sein soll“, freute sich Joe Finer“.

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