Worldwide Candle Lighting im Museum für Sepulkralkultur

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Organisieren die Gedenkstunde, bieten Unterstützung für Angehörige verstorbener Kinder oder sind beruflich mit dem Thema konfrontiert: (v.li.) Siegfried Eckstein (ehrenamtlicher Mitarbeiter Kinder- und Jugendhospiz e.V.), Helmut Wetzel (Leiter K11 der Kasseler Kriminalpolizei) , Mechtild Hylla (Heilhaus) und Gerold Epper (kommissarischer Leiter des Museums für Sepulkralkukltur).

Ein Licht geht um die Welt und auch in Kassel wird das Museum für Sepulkralkultur am Sonntag, 10. Dezember, um 19 Uhr, hell erleuchten. Beim Worldwide Candle Lighting zünden Menschen weltweit Kerzen an, um verstorbenen Kindern zu gedenken.

Von Marie-Louise Bartsch

Kassel.  Am zweiten Sonntag im Dezember eines jeden Jahres umschließt ein Lichterband den ganzen Globus. Es ist der Tag des „Worldwide Candle Lighting“. Weltweit zünden Menschen um 19 Uhr Kerzen an und stellen sie in Ihre Fenster, um verstorbenen Kindern zu gedenken. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten gerade erst entzündet. Ein Lichtergürtel wandert um die Welt. Das Museum für Sepulkralkultur lädt in Kooperation unter anderem mit dem Verein Deutscher Kinderhospiz, den kleinen Riesen und dem Heilhaus bereits zum achten Mal zu dem Gedenktag ein. Jeder, der persönlich oder beruflich vom Tod eines Kindes berührt ist, ist am Sonntag, den 10. Dezember, ab 18 Uhr herzlich eingeladen.

Nach einer Begrüßung von Gerold Eppler, dem kommissarischen Leiter des Museums, wird Jens Kühn, Hauptbrandmeister der Berufsfeuerwehr Kassel, von einem Brandeinsatz aus jüngerer Vergangenheit, bei dem mehrere Kinder ums Leben kamen, erzählen. Damit soll neben den Angehörigen auch auf Menschen, die beruflich immer wieder mit dem Thema Tod konfrontiert werden, aufmerksam gemacht werden. Gerade Berufsgruppen wie Feuerwehrmänner oder Polizisten stehen in solchen Fällen in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen professionellen Anforderungen und persönlichen Gefühlen. Ein hohes Maß an Kompetenz wird gefordert, während ein angemessenes Empathieempfinden im Umgang mit den Hinterbliebenen unerlässlich ist. „Während Ärzte und Co. die begleitenden Helfer sind, werden wir von den Angehörigen zuerst als Störenfriede wahrgenommen“, erklärt Helmut Wetzel, Leiter des K11 der Kasseler Kriminalpolizei. Auch, wenn der Tod im Polizistenalltag ein ständiger Begleiter ist, ist jeder Todesfall für sich immer wieder aufs Neue erschütternd.

Das Museum für Sepulkralkultur soll daher am Abend des zweiten Dezembersonntags ein Ort der Gemeinschaft und der Solidarität sein: Familienangehörige, Freunde und auch Berufstätige wie Feuerwehrmänner, Polizisten oder Kinderärzte können dort zusammenkommen, sich gemeinsam Kraft geben und auf der Terrasse des Museums ein Lichtermeer entzünden. Der Tod eines Kindes ist zerrüttend und lässt komplette Lebensentwürfe zerbrechen. Mit dem Worldwide Candle Lighting wurde ein trostspendendes Ritual erschaffen, dieses einschneidende Erlebnis in einem kurzen Moment des Gedenkens zu verarbeiten. Die gemeinschaftliche Durchführung im Museum für Sepulkralkultur lässt so „einen tollen Ort erwachsen, um die Kultur des Abschiednehmens für einen kurzen Moment zu verlebendigen“, sagt Dipl.-Psych. Susanne Wolf, Psychoonkologin und systemische Therapeutin der Kleinen Riesen Nordhessen und ruft damit alle Betroffenen herzlichst auf, daran teilzunehmen.

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