Wüste Straßenparties: Stadt und Polizei drohen mit Sperrungen und Alkoholverkaufsverbot

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Schon in den Vorjahren hatte das Ordnungsamt ein Auge auf die jungen Feiernden in der Goetheanlage. Denn hier herrscht eigentlich striktes Alkoholverbot.

Es ist zunächst nur ein freundlicher Appell, den Stadt Kassel und Polizei gemeinsam an die Feiernden auf Straßen und Plätzen richten. Doch nachdem an den vergangenen Wochenenden entsprechende Ansagen ignoriert wurden, spricht man von behördenseite erstmals auch Konsequenzen an.

Kassel.  Mehr als drei Monate beschäftigen die Menschen die Folgen der Corona-Pandemie. Die zunächst erfolgten Einschränkungen sind nach und nach gelockert worden. Nachdem der EXTRA TIP überwüste Parties auf Straßen und Plätzenim Vorderen Westen von Kassel und die ekligen  Hinterlassenschaften berichtet hat, wenden sich nun Oberbürgermeister Christian Geselle, Polizeipräsident Konrad Stelzenbach und Ordnungsdezernent Dirk Stochla gemeinsam an die Öffentlichkeit:

 

„Wir haben die erste Welle der Corona-Pandemie in Kassel gut bewältigt. Die Infektionszahlen sind seit März glücklicherweise auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Diese positive Entwicklung ist dem disziplinierten Verhalten der Bevölkerung sowie der umsichtigen Arbeit von Gesundheits-, Ordnungs- und Sicherheitsbehörden zu verdanken. Auch wenn es schon oft gesagt wurde – es ist dringend notwendig, dass die bekannten Hygieneregeln mit einem Mindestabstand von 1,50 Meter weiter eingehalten werden. Die Kontaktbeschränkungen gelten nach wie vor. Im öffentlichen Raum dürfen sich nicht mehr als zehn Menschen in einer Gruppe treffen. Auch muss unter anderem in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Wir möchten nicht, dass es wieder zu Einschränkungen kommt. Denn ein Großteil der Gäste, Gastronomen und Einzelhändler zum Beispiel entlang der Friedrich-Ebert-Straße verhält sich verantwortungs voll. Aber leider trifft das nicht auf alle zu. Stadt Kassel und Polizei werden wie in den vergangenen Wochen kontrollieren und Verstöße auch ahnden. Nur damit allein lässt sich die Corona-Pandemie nicht im Griff halten. Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, wie sich die Situation weiter entwickelt. Jede und jeder muss die eigene Verantwortung ernst nehmen. Dazu gehört auch, dass nach Treffen auf Plätzen sowie in Parks keine Müllberge zurückbleiben. Es ist allen geholfen, wenn jede und jeder mit anpackt und den Abfall wieder mitnimmt, den sie oder er produziert hat.

Bilder von größeren Menschenansammlungen zum Beispiel auf der Friedrich-Ebert-Straße, aber auch an anderen Orten machen uns betroffen. Wir sehen mit Sorge, dass sich einige Menschen selbst nach Ansprache nicht an Abstandsregeln halten wollen. Die Gefahr ist zu groß, dass es zu einer Vielzahl von Infektionen kommt, wenn sich wiederholt so viele Menschen sammeln wie am vergangenen Wochenende. Gemeinsam beobachten Stadt Kassel und Polizei die Situation sehr genau. Sollte sich die Lage nicht bessern, sind Einschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel zum Beispiel entlang der Friedrich-Ebert- Straße und Nebenstraßen nicht auszuschließen. Dies könnten dann folgende Maßnahmen sein: Sperrzeiten für die Gastronomie, ein Verbot für den Verkauf von Alkoholika und auch die Sperrung von einzelnen Plätzen. Es ist absolut verständlich, dass sich viele Menschen danach sehnen, die wieder gewonnenen Freiheiten nach den zurecht erfolgten Lockerungen zu genießen und auch feiern gehen zu wollen. Wir freuen uns, dass sich die Menschen endlich wieder treffen und die Gastronomen stärker ihren Geschäften nachgehen können. Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass die Corona-Pandemie leider noch längst nicht überstanden ist. Gerade damit wir uns an den kommenden Sommertagen und -abenden wirklich erfreuen können, geht unser dringender Appell an alle Menschen in Kassel: Bitte halten Sie sich an die Hygieneregeln. Befolgen Sie das Abstandsgebot und die Kontaktbeschränkungen. Verhalten Sie sich verantwortungsvoll und unterstützen Sie andere wie zum Beispiel Sicherheitskräfte, aber auch Gastronomen bei ihren Bemühungen für ein geordnetes und friedliches Miteinander zu sorgen. Bleiben sie vorsichtig und rücksichtsvoll. So können Sie sich selbst und andere schützen. Sie sind mit Abstand die Besten!“

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