'Youth-Radio Kassel': Spannendes Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche

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Abdulla Teckan (li.) und Aliriza Abbadnejad beim schneiden ihres Radiobeitrags. Begeistert waren die englischsprachigen Jungen von der Freundlichkeit der Kasseler beim Interview.

In der dritten Woche der Weihnachtsferien fand im Freien Radio Kassel der Workshop 'Youth-Radio Kassel' statt. Rund 30 Kinder und Jugendliche waren gemeinsam „Auf der Suche nach... Der eigenen Meinung“.

Kassel. Ihre Wurzeln liegen in Togo, Weißrussland, Syrien, Somalia, Uganda, im Iran oder in der Türkei. Fernab der kulturellen und sprachlichen Vielfalt verband rund 30 Kinder und Jugendliche in Kassel eine Woche lang ein gemeinsames Projekt: Sie waren „Auf der Suche nach... Der eigenen Meinung“. So lautete das Thema des Workshops ‚Youth-Radio Kassel‘, der in der dritten Woche der Weihnachtsferien im Freien Radio Kassel stattfand. Seit drei Jahren bietet diesen Workshop das Bildungsinstitut ‚Wissen am Stern‘ in Kooperation mit der Volkshochschule Kassel (VHS) als Teil des vom Bund geförderten Bildungsprogramms ‚Talentcampus‘ an. Die vom Bildungsinstitut ‚Wissen am Stern‘ umgesetzten Projekte sollen Kinder, Jugendliche und geflüchtete junge Erwachsene dabei unterstützen, ihre kulturellen, sprachlichen und sozialen Kompetenzen zu erweitern.

Haben für rund 30 Kinder und Jugendliche den Workshop ‚Youth-Radio Kassel‘ geleitet: (v.li.) Eunice Njoki, Muhamed Osmancevic (beide Projektleitung Bildungsinstitut Wissen am Stern) und Philipp Löffler (Freier Mitarbeiter).

„Durch den Workshop möchten wir in den Ferien eine Plattform schaffen, damit sich Jugendliche aller ‚Couleur‘ aus allen Stadtteilen treffen und vernetzen können“, erklärt Soziologiestudentin Eunice Njoki. „Dabei versuchen wir immer den Kindern nicht einfach etwas vorzusetzen, sondern hören darauf, was sie ausprobieren möchten“, ergänzt Muhamed Osmancevic, der 2017 zusammen mit Eunice Njoki das Konzept für den Workshop ‚Youth-Radio Kassel‘ geschrieben hat. Unterstützt wurden die beiden Projektleiter des Bildungsinstituts Wissen am Stern dabei in der zweiten Ferienzeit von Philipp Löffler, der die englischsprachigen Kinder betreute: „Es ist wichtig Jugendlichen jenseits ihres Alltags eine sinnvolle Beschäftigung zu geben. Das Schöne daran ist auch das unmittelbare Feedback. Man merkt schnell, ob man die Kinder mitnimmt oder nicht.“

‚Mitgenommen‘ werden sollten die Jugendlichen im Freien Radio Kassel, um im Zeitalter von sozialen Medien wie Instagram oder Facebook selbst zu ergründen ‚Was ist denn eigentlich Radio?‘ Nach einer Einführung erstellten die Jugendlichen zunächst Mindmaps, die ihr Verständnis von der eigenen Meinung zeigten. Am zweiten Tag griffen sich die interessierten Workshopler Aufnahmegeräte, zogen durch die Stadt und führten Interviews.

„Es ist nicht einfach mit fremden Leuten zu sprechen, aber wenn man angefangen hat, macht es plötzlich Spaß“, erzählt Nadia Viehmann. Gemeinsam mit Olinda Walz geht Nadia zur Gesamtschule Waldau. Seit drei Jahren besuchen die beiden in den Ferien regelmäßig die Workshops und loben die Themenvielfalt. Von Film- über Theater-, Foto- und Leseworkshop, bis hin zum selbst eingesprochenen Podcast oder Hörspiel sei schon alles dabei gewesen. Nachdem die geführten Interviews ausgewertet wurden, erfuhren die Kinder, wie sie ihre Beiträge schneiden können. An einem weiteren Tag sprach Beatboxer Rocko kleine Intros mit den Teilnehmenden ein. Abschließend erfolgte eine Präsentation der Beiträge an der VHS.

(V.li.) Mohamad Aboazan, Elvis Germajisi, Abdi Wahab, Ricardo Moldovan und Salla Fiad macht es keinen Spaß ihre Ferien nur zuhause zu verbringen.

Das fertige Projekt stand dabei aber nicht allein im Fokus: „Dieses Mal sind Jungs dabei, die vor ein paar Monaten erst nach Deutschland gekommen sind und die durch das Projekt einen Einblick davon bekommen haben, was Kassel zu bieten hat“, erklärt Olinda, die schon viele Freundschaften während der Workshops geschlossen hat. „Die Bedürfnisse der Kinder sollen bei uns aber im Vordergrund stehen, nicht der Migrationshintergrund“, betont Projektleiterin Eunice Njoki.

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