Zahl der Grippe-Fälle steigt - lohnt sich eine Impfung noch?

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Die Grippeimpfung kann helfen. Besonders sogenannten Hochrisikopatienten wird sie empfohlen.

Dr. Karin Müller vom Gesundheitsamt Region Kassel erklärt, für wen und warum sich die Grippe-Impfung auch jetzt noch lohnen kann.

Kassel. Über 82.000 gemeldete Fälle und die Zahl der Betroffenen ist weit höher – die Grippewelle trifft Deutschland derzeit mit voller Wucht. Auch in Kassel und dem Landkreis gibt es viele Erkrankte. Etwa 350 schwere Grippefälle sind derzeit gemeldet und von Tag zu Tag werden es mehr. Etwa 90 Prozent der Patienten in Kassel und dem Landkreis haben sich zuvor nicht gegen die Viren impfen lassen.

Eine Grippeimpfung lohne sich laut Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, jedoch auch jetzt, wo der meteorologische Winter fast vorbei ist, noch. „Es dauert zwar etwa 14 Tage, bis der Impfschutz im Körper wirkt, da wir aber nicht wissen, wie lang die Grippewelle noch andauert, kann eine Impfung auch zum jetzigen Zeitpunkt noch vor einer Ansteckung schützen“, erklärt sie. Besonders sogenannte Hochrisikopatienten, dazu gehören Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Immunabwehrschwächen sowie Schwangere und Menschen über 60 Jahre, sollten sich gegen die Grippeviren impfen lassen. Für sie kann eine Erkrankung gefährlich, unter Umständen sogar lebensbedrohlich, werden.

Daher lohne es sich für sie auch, sich mit dem aktuellen Vierfach-Impfstoff nachimpfen zu lassen, wenn sie sich zu Beginn der Saison nur mit der Dreifach-Impfung haben impfen lassen. „Die Vierfach-Impfung beinhaltet im Gegensatz zur Dreifach-Impfung Antigene des sogenannten „Yamagata“-Virus. Das ist der aktuelle Grippevirus, der speziell in dieser Saison für viele Krankheitsfälle sorgt“, erklärt Dr. Karin Müller. Da sich die Grippeviren von Saison zu Saison verändern, ist immer erst klar, gegen welchen Virus gesondert geimpft werden muss, wenn die Grippewelle bereits fortgeschritten ist. Im Fall der Hochrisikopatienten übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten für die Dreifach- beziehungsweise Vierfach-Grippeimpfung.

Kein 100-prozentiger Schutz

„Fest steht jedoch, dass keine der beiden Impfungen einen 100-prozentig zuverlässigen Schutz vor Ansteckung bietet. Die Wirkung des Impfstoffes ist in jedem Körper anders und hängt zum Beispiel von der Stärke des Immunsystems und anderen Medikamenteneinnahmen ab“, so Müller. Das Risiko an Grippe zu erkranken werde durch die Impfung jedoch gesenkt und auch bei nur schwacher Schutzwirkung können Geimpfte beispielsweise durch einen schwächeren Krankheitsverlauf profitieren.

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