Mit der Zeit gehen: Als der Röhren-Monitor noch "High Tech" war

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In der Ausgabe vom 19. Oktober 1997 kündigte der EXTRA TIP in diesem Artikel das „neue Kommunikationszeitalter“ an.

1997 kündigte der EXTRA TIP das "neue Kommunikationszeitalter" an. Was Schülern und Lehrern damals in Workshops beigebracht wurde, kann heute jedes Kind.

Kassel. „Internet-Surfen will gelernt sein“ lautete die Überschrift eines EXTRA TIP-Artikels im Oktober 1997, der sich mit „Internet-Workshops“ an Kasseler Schulen beschäftigt. Die Deutsche Telekom und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie veranstaltete die Aktionen, um Kasseler Schülern und Lehrern die damalige Sensation namens Internet näherzubringen. Projektleiter stellten den Schülern Aufgaben, die sie mit Hilfe des „weltweiten Datenaustausches“ lösen sollten. Dabei lernten sie „in Praxis und Theorie den Umgang mit dem Computer und mit Suchmaschinen“ und lernten Begriffe wie „Homepage“ oder „Link“ kennen.

Für die Schüler im Jahr 1997 eine aufregende Angelegenheit – manche Lehrer zeigten sich der „High-Tech vom Feinsten“ gegenüber jedoch skeptisch: Erhöhte Kosten, die mit der Nutzung von Schulcomputern einhergehen würden, wurden befürchtet. Schließlich musste damals noch jede einzelne Minute im World Wide Web bezahlt werden. So ganz konnte sich das Vertrauen nicht einstellen.

Liest man den Artikel von vor 20 Jahren aus heutiger Sicht, muss man doch an so mancher Stelle schmunzeln. Das Surfen im Internet, das damals als eine Wissenschaft für sich und absolute Experten-Sache angesehen wurde, betreibt heutzutage jedes 13-jährige Kind auf seinem internetfähigen Mobiltelefon. Über das Internet können längst nicht mehr nur Informationen recherchiert werden. Mittlerweile ist es möglich, in Echtzeit per Video-Telefonie von unterwegs über die ganze Welt hinweg zu kommunizieren. Damals kaum vorstellbar.

In weiser Voraussicht über die Zukunft des neuen Mediums mahnte Jürgen Kettler jedoch am Ende seines Artikels: „Wer sich heute dagegen sperrt, wird vielleicht morgen den Anschluss an die Entwicklung und die Welt verpassen“ und behielt, 20 Jahre später betrachtet, recht. Wie schnell sich die Nutzung des Internets vom Röhren-PC-Monitor zum Tablet- und Handybildschirm ausweitete, wagte damals jedoch noch kein Mensch zu prophezeien.

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