Zittern vor Gökerbuch: Ex-MEGler drohen mit Anwalt

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In seiner Biografie will Mehmet Göker alles so erzählen, wie es gewesen ist. Viele ehemalige Weggefährten fürchten nun peinliche Passagen.

Kassel. Das Buch über das Leben des Mehmet Göker soll zwar erst im Mai erscheinen, sorgt aber schon im Vorfeld für Furore.

Für die einen ist er der genialste Verkäufer, für andere wiederum nur ein Betrüger. Fakt ist auf jeden Fall: Der MEG-Gründer polarisiert noch immer. Nach dem erfolgreichen Kinofilm des Kasseler Regisseurs Klaus Stern soll nun im Frühjahr eine Autobiografie über den schillernden Krankenversicherungs-Makler erscheinen.

In der Biografie will Göker alles so erzählen, wie es gewesen ist. Sein Aufstieg, sein Fall und sein Comeback. Und wie beispielsweise die Versicherer um ihn buhlten. Über die Zeit vor der MEG wird ebenfalls berichtet. Geschrieben hat das Buch Boris Becker Biograf Christian Schommers. Viele ehemalige Weggefährten und damalige enge Freunde von Mehmet Göker haben nun Angst davor, dass sie in dem Buch nicht gut weg kommen. Sie fürchten peinliche Passagen. Und dass mit der Buchveröffentlichung ihre Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Deshalb haben sie bereits Rechtsanwälte eingeschaltet.

Egal, was der 35-Jährige macht, ob er ein Foto auf seiner Facebookseite postet, wie er vor seinem Porsche Cayenne sitzt und grillt, seinen muskulösen Körper zeigt oder die Verdienste seiner Mitarbeiter in der Türkei veröffentlicht: Nachrichten von und über Göker sorgen immer für Aufruhr und viel Diskussionen – auf seiner Facebookseite natürlich auch für viele Klicks und Kommentare!

Während Autor Christian Schommers bei ihm in der Türkei verweilte, um das Leben des schillernden Versicherungsmaklers zu Papier zu bringen, postete der MEG-Gründer regelmäßig Namen von Leuten (Freunde sowie ehemalige Weggefährten), die angeblich in dem Buch vorkommen. Dagegen wehren sich nun ehemalige Göker-Weggefährten. Mit Hilfe ihres Rechtsbeistand wollen sie eine vorherige Einsicht in die sie betreffende Buchpassagen erwirken.

"Bleibt alles, wie ich es habe schreiben lassen"

Göker auf EXTRA TIP-Anfrage dazu: "Ja, es stimmt, einige ehemalige Mitarbeiter und Freunde aus Kasseler MEG-Zeiten haben über ihren Rechtsanwalt mitteilen lassen, dass sie um Vorabsicht bitten. Es konnte sich aber bisher niemand durchsetzen.” Göker betont: "Alles erscheint so, wie ich es habe schreiben lassen.” Laut EXTRA TIP-Infos sind unter den "Angsthasen” einige Mitarbeiter aus der ehemaligen MEG-Führungsetage und eine Ex-Freundin von Mehmet Göker, die über ihren Anwalt haben erklären lassen, dass über sie in dem Buch nichts veröffentlicht werden darf. Er stellt aber auch klar: "Es ist kein Läster- oder Abrechnungsbuch, sondern einfach die Geschichte über mein bisheriges Leben."

Schockierende Enthüllungen?

Zwischenruf von ULF SCHAUMLÖFFEL

Ich weiß gar nicht, vor was Gökers Ex-Gefährten Angst haben?! Klar, es tauchten immer wieder Gerüchte darüber auf, was angeblich auf Gökers Partys und Incentive-Reisen abging: Von Kokain-Exzessen und Luxus-Huren ist da die Rede.Doch das waren bisher alles nur Gerüchte. Nachgewiesen werden konnte nichts. Wenn sich die ehemaligen Weggefährten aber schon im Vorfeld darüber aufregen, könnte es vielleicht sein, dass an den Gerüchten doch etwas dran ist? Und selbst wenn. Solche Geschichten, sind doch schon ein alter Hut in der Versicherungsbranche. Spätestens seit Veröffentlichung der Exzesse über die ausschweifenden Feiern der Ergo-Versicherungsgruppe haut das auch keinen mehr vom Hocker.

Aber im Frühjahr wird sich ja zeigen, ob die Angst der ehemaligen Mitarbeiter berechtigt ist. Ist halt schon komisch: Früher konnten sie gar nicht nah genug dran sein – wollten ihrem Guru Mehmet gar nicht von der Seite weichen. Und heute wollen sie am Liebsten gar nicht mehr mit ihm in Verbindung gebracht werden. Das könnte nach Veröffentlichung des Buchs natürlich passieren. Denn Biograf Christian Schommers hat schon beim Becker-Buch für reichlich Tumult gesorgt. Er weiß, was die Leute lesen wollen und wie man ein Buch interessant macht. Ich bin jedenfalls gespannt – auch was im Buch über die Versicherungs-Vorstände steht, die ja das Geld förmlich über Gökers Kopf geschüttet und ihm auch direkt Goldbarren angeboten haben sollen.

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