Zoff um Zissel-Klos: Besucher sollen zahlen

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Gastronomen am Auedamm ist die Organisation ein Dorn im Auge

Kassel. Nächstes Wochenende geht es wieder rund auf der Zisselmeile. Das größte Wasserfest findet entlang des Fuldaufers statt und zieht jährliche knapp 100.000 Besucher an. Darüber freuen können sich Ingo Seidel vom House of Pancakes und Aykut Senli von den Fulda Terrassen am Auedamm allerdings nicht. „Uns Gastronomen wird hier direkt vor die Nase das Food Festival gebaut. Wir wurden in die Planung leider nicht mit einbezogen. Die Zisselbesucher können natürlich gerne essen, was sie möchten, doch ich bin nicht die Toilette des Zissels!“, so Seidel. Fast schon als Schikane bezeichnet er das Vorgehen des Zissels und überlegt, ob er das House of Pancake einfach schließt, wenn es ihm zu bunt wird. So gab es schon Jahre, wo die Lage während des Volksfestes derart schlimm war, dass ohne Türsteher nichts mehr ging.

                                       Alle in ein Boot holen

„Die Besucher, die zu uns in die Gaststätte kommen, möchten ihre Ruhe haben. Abseits von dem Trubel auf der Meile. Doch hier kommen dann meist die angetrunkenen Zissel-Besucher und stürmen die Toiletten. Wir Wirte aber bleiben auf den Kosten, Müll und Schäden sitzen.“ Finanziell müssen sich die Gastronome am Zissel nicht beteiligen, würden es aber begrüßen, wenn „endlich mal angefangen wird, mit uns zu reden“, so Seidel. Auch Aykut Senli von den Fulda Terrassen schließt sich seinem Nachbar an. „Es wäre schön, wenn vor so einer Veranstaltung alle mit ins Boot geholt werden würden. Nun ist es so, dass wir sicher die Anlaufstelle für Toilettengänge sind, denn wenn man die Wahl hat, zwischen einer Gaststättentoilette oder einem Dixi-Klo, wo geht man dann hin?“ Um allen seinen Gästen während des Zissel-Wochenendes eine saubere Toilette zu gewährleisten, müsste extra eine Toiletten-Dame angestellt werden, die dem Chaos und Ansturm Herr wird. Doch wie soll sich das rechnen? „Die Dame bekommt ja auch 10 Euro die Stunde und wie soll man kontrollieren, wer Gast ist und wer nicht und somit 50 Cent zahlen muss?“, erklärt Senli die Misere. Die Streetfood-Stände sehen beide Gastronome nicht als Konkurrenz, allein die Toilettensituation ärgert sie. Denn gerade wenn man kurz verweilt und etwas gegessen hat, stellt sich irgendwann das Bedürfnis nach einem Klo ein. Da liegen die Fulda Terrassen und das Pfannkuchenhaus günstig. Die nächsten Toilettencontainer liegen laut Lageplan knapp 200 Meter entfernt. Das Kasseler Stadt Marketing weist die Vorwürfe zurück. Lars Reichert dazu: „Die Streetfoodmeile stellt eine Bereicherung für den Zissel insgesamt dar, auch durch das spezielle gastronomische Angebot, z.B. Fischspezialitäten, afrikanische, jamaikanische und argentinische Spezialitäten. Toiletten, die kostenfrei genutzt werden können, befinden sich ca. auf der Höhe des Riverside und am Auebad. Die Standorte liegen längstens ca. 400 Meter auseinander.“ Bleibt abzuwarten, ob das Zissel-Wochenende für alle eine saubere Sache wird.

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