Zukunft des Georg-Stock-Platzes ungewiss

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Die Wehlheider Bürger wünschen sich, dass bald eine allgemein verträgliche Lösung für den abgesperrten Platz gefunden wird.

Kassel. Das sich selbst nährende Gerücht in Wehlheiden, dass der Stockplatz bebaut werden soll, hält sich hartnäckig. Offizielle Aussagen gibt es bislang keine. Auch Hinweise für Bomben fehlen. Bürger, die den Krieg in Wehlheiden erlebt haben, können sich nicht erinnern, dass Bomben auf den Stockplatz fielen.

Stadt verteidigt Sperrung

Die Stadt Kassel aber hält an der Sperrung fest: "Bei der Untersuchung des Platzes auf mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurden 34 sogenannte Anomalien im Aufschüttungsbereich festgestellt”, sagt Pressesprecher Sascha Stiebing. Nach der abgeschlossenen ersten Untersuchungsstufe durch das beauftragte Spezialunternehmen lasse sich noch nicht sagen, ob sich hinter einem oder mehreren der identifizierten Punkte tatsächlich Sprengkörper verbergen. "Diese Anomalien müssen nun näher untersucht werden. Der Platz bleibt weiterhin gesperrt", so Stiebing.Sehr zum Unmut der Wehlheider: Mehrere hundert Unterschriften besorgter Bürger liegen dem Ortsbeirat vor. "Das Engagement zeigt, dass der Platz in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert hat. Deshalb ist es umso wichtiger, ein zukunftsfähiges Entwicklungskonzept für den alten Ortskern zu erarbeiten und den Platz darin einzubeziehen", sagt Ortsvorsteher Norbert Sprafke.

Bürger einbinden

Das Entwicklungskonzept solle auch qualitätsvolles Wohnen der Bestandshäuser gewährleisten. Für den Ortsbeirat stellt sich die Frage, ob das Quartier an dieser Stelle eine weitere Bebauung verträgt oder ob sich nicht vordringlich um den Bestand des alten Ortskerns gekümmert werden sollte. Auch sei zu überlegen, ob eine Bebauung ökologisch sinnvoll wäre. Ein Entwicklungskonzept würde die Möglichkeit bieten, die Bürger mit einzubinden und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

Auch die Kirmesgemeinschaft Wehlheiden wünscht sich für die Zukunft, dass der Platz ein grüner Fleck bleibt. "Wir leben mit der Zwangspause, aber es tut uns schon weh, 3000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche weniger zu haben. Durch die große Unterstützung der Stadt konnten wir die letzte Kirmes auch ohne den Platz realisieren aber es ist für uns wichtig, dass er für die Kirmes wieder nutzbar wird. Eine großflächige Bebauung ist nicht wünschenswert", sagt der Vorsitzende Kirmesgemeinschaft, Dirk Reimann.

Ausgangspunkt für die Bombendiskussion war der Plan des Ortsbeirates, die Mauer am Übergang Schönfelder Straße zu erneuern und dort eine Treppe zu bauen. Inzwischen sehen die Wehlheider Bürger den seit Mai mit einem Bauzaun großflächig abgesperrten Platz als Schandfleck an und wünschen sich, dass bald eine allgemein verträgliche Lösung gefunden wird.

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