Kasseler Clubs bleiben dicht: Fünf-Quadratmeter-Regel verhindert wirtschaftlich tragbare Öffnung

Obwohl sie laut Lockerungen der hessischen Coronaverordnung wieder öffnen dürften, bleiben die Kasseler Discos wie der Musikpark weiterhin geschlossen.
+
Obwohl sie laut Lockerungen der hessischen Coronaverordnung wieder öffnen dürften, bleiben die Kasseler Discos wie der Musikpark weiterhin geschlossen.

Obwohl sie laut Lockerungen der hessischen Coronaverordnung wieder öffnen dürften, bleiben die Kasseler Discos geschlossen

Kassel. Während auf der Kasseler Kneipenmeile Friedrich-Ebert-Straße wieder reger Betrieb herrscht, bleiben die Kasseler Clubs weiterhin geschlossen. Obwohl sie laut Lockerungen der hessischen Coronaverordnung wieder öffnen dürften. Der Grund: Die Fünf-Quadratmeter-Regel. Laut dieser Regel könnten Discos in Hessen unabhängig von der Inzidenz öffnen. Pro Gast sind aber fünf Quadratmeter Platz vorgeschrieben. Hinzu kommt: In der Disco herrscht Maskenpflicht und der Eintritt darf nur Geimpften, Genesenen oder denjenigen gewährt werden, die einen teuren negativen PCR-Test vorweisen können. Unter diesen Bedingungen will niemand öffnen.

Der Club 22 bleibt zunächst geschlossen. Dort stellt Betreiber Karl Börries derzeit höchstens mal sein Fahrrad ab. Den oberen Bar-Bereich will er aber ab Samstag wieder öffnen.

„Das lohnt sich nicht. Weder finanziell, noch kommt so in den Clubs die Stimmung auf, für die sie bekannt sind“, sagt Karl Börries, Betreiber von Club 22 und York. Er sagt: Wer solche Regeln aufstelle, wolle eigentlich gar keine Club-Wiedereröffnungen oder sei mindestens 40 Jahre nicht mehr in einem Club gewesen und wisse nicht, was Clubs ausmachen würde.

„Nach der neuen Regelung dürfte ich etwa 60 Gäste einlassen. Das entspricht einer Einlassquote von zehn Prozent. Es ist ja echt toll, dass wir offiziell wieder öffnen dürfen, aber in der Realität lässt sich das wirtschaftlich leider nicht umsetzen. Und wenn ich öffne, möchte ich auch, dass meine Gäste so viel Spaß in den Clubs haben, wie vor der Pandemie“, so Börries.

Er wünscht sich, das die Politiker sachgemäßer diskutieren: „Die sollten sich mal hinsetzen und ordentlich bereden, unter welchen Umständen es überhaupt sinnvoll ist, dass Discos öffnen dürfen. Mit diesen Auflagen jedenfalls nicht. Für mich ist das ganze schon zynisch. Denken die Politiker überhaupt mal nach? Für mich sind die neuen Regelungen vergleichbar mit einem Schwimmbad, das zwar öffnen dürfte, aber jeweils nur ein Gast mit Maske ins Wasser darf.“

Neben Börries haben auch die Betreiber vom Kleinen Onkel, Unten, Musikpark A7 und Panoptikum sich dazu entschlossen, ihre Läden vorerst geschlossen zu lassen. Es sei wirtschaftlich nicht tragbar.

Club 22-Bar wieder geöffnet

Karl Börries hat sich allerdings dazu entschlossen, ab Samstag, 22 Uhr, wieder den oberen Bar-Bereich vom Club 22 zu öffnen: „Wir schauen mal, wie es anläuft. Wenn es gut läuft, machen wir die Bar künftig vielleicht auch freitags wieder auf.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.