"Es war wie im Krimi": Anwohner berichten über SEK-Einsatz nach Schüssen in Lohfelden

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SEK-Einsatz in Lohfelden -Schüsse vom Balkon in Lohfelden
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Am Morgen danach: Die Hausbewohner Bärbel und Heinz Jaskolla werden von einem Fernseh-Team zu den Ereignissen in der Nacht zuvor befragt.
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Am Morgen danach: Die Hausbewohner Bärbel und Heinz Jaskolla werden von einem Fernseh-Team zu den Ereignissen in der Nacht zuvor befragt.

Ein Hausbewohner berichtet: "Als ich nachschauen wollte, war das Treppenhaus voller Polizei.

Aktualisiert um 15.30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Kassel, die gemeinsam mit dem Hessischem Landeskriminalamt/Kassel die Ermittlungen führt teilt mit:

Da der Mann über keine waffenrechtliche Erlaubnis verfügt, bestand gegen ihn der Verdacht eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Überdies war aufgrund von polizeilichen Vorerkenntnissen bzgl. des Mannes und der berichteten Schüsse von einer Gefährdung für Personen im Nahbereich der Wohnung auszugehen.

Nachdem die Beamten die Wohnung des Mannes öffneten, trafen Sie ihn mit einer Waffe an. Im Nachgang des polizeilichen Schusswaffengebrauches stellte sich heraus, dass es sich um eine sog. "PTB-Waffe" handelte, die ihrem Erscheinungsbild nach von einer scharfen Schusswaffe kaum zu unterscheiden war.

Der 56-Jährige wurde durch einen Schuss im Hüftbereich getroffen. Er befindet sich weiterhin in medizinischer Behandlung in einem Kasseler Krankenhaus. Einzelheiten zu seinem Gesundheitszustand werden aktuell nicht bekanntgegeben.

Da der Mann bislang nicht vernommen werden konnte, sind die Hintergründe der Schussabgaben durch ihn unklar.

Lohfelden. "Als ich vom Wäsche aufhängen in der Waschküche kam, standen plötzlich drei Polizisten mit Pistolen im Treppenhaus. Es war wie im Krimi." berichtet Bärbel Jaskolla. Vom verglasten Balkon einer Dachgeschosswohnung in der Bergstraße in Lohfelden hatte  ein Bewohner am Dienstagabend gegen 18 Uhr mehrfach Schüsse abgegeben, bevor die Polizei ihn mit Schüssen aus ihren Dienstwaffen stoppte. Im Verlauf Einsatzes, bei dem auch Spezialeinsatzkräfte vor Ort waren, wurde der Mann schwer verletzt.

Am Morgen danach ist nicht mehr viel von dem SEK-Einsatz am Abend zuvor zu sehen. Eine niedliche Katze ziert die Fußmatte vor der Tür zur Dachgeschoss-Wohnung. Die braune Holztür ist versiegelt.

Eine Bewohnerin vom Nachbarhaus hatte am Dienstagabend die Polizei informiert. Sie hatte den Schützen auf dem Balkon entdeckt. Ein Hausbewohner berichtet: "Als ich nachschauen wollte, war das Treppenhaus voller Polizei. Ich wurde aufgefordert wieder in die Wohnung zu gehen. Die Polizei war die ganze Nacht im Haus, um Spuren zu sichern", so ein Bewohner, der anonym bleiben möchte. Der Schütze sei ein Sonderling, aber stets freundlich zu den anderen Bewohnern gewesen.

Der Mann, dessen Alter zwischen 45 und 50 geschätzt wird, sei vor einigen Jahren zu seiner Mutter in die Dachgeschosswohnung gezogen, weil sie pflegebedürftig war. Vor zwei Jahren sei seine Mutter verstorben. Seitdem lebte er allein in der Wohnung. Ein weiterer Anwohner berichtet, dass der Mann arbeitslos und alkoholabhängig gewesen sei, auch schon mehrere Entziehungskuren hinter sich habe. Es gibt auch Gerüchte über einen Gefängnisaufenthalt wegen Drogenmissbrauch.

"Zu den genauen Hintergründen können aktuell noch keine Angaben gemacht werden", teilt der Polizei-Pressesprecher Torsten Werner mit.

Hier geht's zum Erstbericht

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