79-jähriger Japaner Tadatoshi Asano recherchiert in Nordhessen

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Gut gelaunt: (v. li.) Tadatoshi und Harumi Asano mit Martin Bosch, Werner Bosch Orgelbau GmbH, Niestetal, nach ihrem Besuch in der Kreishandwerkerschaft Kassel.  

Der frühere Architekt, Stadtplaner und Unternehmer plant ein Buch über das deutsche Handwerk und dessen Ausbildungssystem

Kassel/Landkreis. Architekt, Stadtplaner und Unternehmer – mit nunmehr 79 Jahren könnte sich Tadatoshi Asano zurück lehnen und auf eine lange, erfolgreiche Karriere zurückblicken. Wenn da nicht sein Wunsch wäre, seinen japanischen Landsleuten das deutsche Erfolgsmodell der dualen Ausbildung näher zu bringen. Für sein Sachbuch reist er jetzt drei Monate durch Europa – in Begleitung seiner Ehefrau Harumi Asano und stets Fakten zur Berufsausbildung sammelnd.

Dabei führt in seine Recherchetour auch nach Nordhessen. Kein Zufall, trifft er doch hier bei der Niestetaler Werner Bosch Orgelbau GmbH auf bekannte Gesichter. „Der Vater des heutigen Firmenchefs Martin Bosch hat vor rund 20 Jahren eine Orgel für unsere Kirche in Tokio gebaut. Vor vier Jahren war Martin Bosch in Japan, um sie zu warten, da habe ich das Thema angesprochen und gleich eine Einladung nach Niestetal bekommen“, erzählt Tadatoshi Asano und entschuldigt sich, dass „sein Deutsch schon etwas eingerostet ist.“Das wird ihm von seinen Gesprächspartnern gerne zugestanden, denn es ist schon etwas her, dass der Japaner für einen längeren Zeitraum in Deutschland weilt.

„Vor über 50 Jahren habe ich in in Ulm an der Hochschule für Gestaltung studiert“, berichtet Tadatoshi Asano. Sie gilt als die international bedeutendste Design-Hochschule nach dem Bauhaus. Das Staatliche Bauhaus Weimar – „das mit seiner Zusammenführung von Kunst und Handwerk etwas völlig Neues darstellte“ – war es auch, das bereits damals den Blick des angehenden Architekten auf Themen wie Zünfte, Gilden und Handwerker-Ausbildung lenkte. „Jetzt habe ich endlich Zeit, mich umfassend mit diesem Thema zu beschäftigen“, lächelt Tadatoshi Asano.

Einen Einblick in die praktische Lehrlingsausbildung erhält er u. a. bei Martin Bosch. Hintergründe, Gesetze und Fakten sammelt er – „Moment, ich muss mitschreiben“ – in Kassel. Nach dem Gespräch verabschieden Dr. Norbert Wett, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, und Handwerkskammer-Berater Matthias Werner den 79-Jährigen mit einem zusätzlichen dicken Paket an Datenmaterial.

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