Aktuell 91 erkrankte Menschen im Landkreis Kassel: Jetzt Familientelefon eingerichtet

Viele Familien sind aufgrund der erheblichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona Pandemie verunsichert. Was darf ich machen, was ist nicht erlaubt?

Landkreis. "Man darf sich nicht mehr mit Freunden treffen – und das trifft Kinder, Jugendliche und Eltern gleichermaßen", weist Vizelandrat Andreas Siebert auf eines der Probleme hin. Kindertagesstätten und Schulen sind geschlossen, Eltern können oft nicht, wie gewohnt zur Arbeit gehen. Siebert: "Der Ansatz, dass Kinder und Jugendliche zuhause selbständig Lernstoffe für die Schule erarbeiten, fordert Eltern besonders wenn es um Lerninhalte höherer Klassenstufen geht".

Familien sind auch von finanziellen Sorgen wegen Kurzarbeit oder Schließung des Betriebs oder des selbständig geführten Ladens betroffen. Staatliche Hilfen können hier zwar helfen, Zukunftsängste bleiben aber bestehen. Dass man rund um die Uhr zusammen ist und nicht den ganzen Tag draußen sein kann, führt dazu, dass Wohnungen und Häuser gefühlt enger werden. "Das wirkt sich natürlich auch auf die Atmosphäre in Familien aus, " so Siebert weiter. Fragen und Beratungsanliegen, die jetzt zum Familienleben entstehen, brauchen kurzfristige Antworten. Deshalb schaltet der Landkreis ab dem Osterwochenende eine Hotline für Eltern, Kinder und Jugendliche frei.

Siebert: "Das Familientelefon 0561/1003-1199 ist ab Karfreitag ab 9.00 bis 15.00 Uhr jeden Tag bis 17. April geschaltet – die Anrufe sind natürlich vertraulich und kostenfrei". Der Landkreis werde abwarten, wie lange die Corona-Einschränkungen noch weiterlaufen, um dann auch je nach Bedarf das Angebot zu verlängern.

Aktuell sind 91 Menschen im Landkreis Kassel an COVID-19 erkrankt. Die Zahl der bestätigten neuen Fälle stieg vom 8. auf den 9. April um 13. "Damit haben wir seit Beginn der Corona-Pandemie 153 Personen mit einer bestätigten Erkrankung, von denen 62 mittlerweile wieder genesen sind", rechnet Vizelandrat Siebert vor.

Vier Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sind bisher aufgrund des Corona-Virus gestorben. Die Zahl der bestätigten COVID-19-Fälle in Alten- und Pflegeheimen im Landkreis liegt bei sechs.

Rubriklistenbild: © Dpa

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