Aus dem Alltag und Leben der Merxhäuser Hospitalfrauen im 18. Jahrhundert

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Pflegerinnen der Anstalt Merxhausen um 1900.

Aufsicht statt Pflege - Leben und Arbeiten im Hospital Merxhausen.

Bad Emstal. Mit einem Vortrag zum Thema „Leben und Arbeiten im Hospital Merx- hausen im 18. Jahrhundert“ setzt der Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal seine Veranstaltungsreihe am Mittwoch, den 13. März, 18.30 Uhr, fort. Im Haus 106, Konferenzraum 4, wird Dr. Natascha Noll aus dem Alltag der Hospitalfrauen berichten.

Im Herbst dieses Jahres soll die neue Ausstellung „Lebensbilder – Leidensbilder – Frauenbilder“ im Klostermuseum Bad Emstal eröffnet werden. Mit seiner Vortragsreihe stimmt der Kultur- und Geschichtsverein schon jetzt die Öffentlichkeit auf das zentrale Ausstellungsthema ein. Lebensgeschichten von Frauen aus mehr als acht Jahrhunderten in der traditionsreichen sozialen Einrichtung Merxhausen sollen erzählt werden.

„Wir haben eine kompetente Referentin gewinnen können, die aus dem Alltag der Hospitalsfrauen im 18. Jahrhundert berichten wird“, kündigt der Vereinsvorsitzende, Joachim Hübner, an. Dr. Natascha Noll vom Niedersächsischen Landesarchiv Hannover habe Geschichte, Europäische Ethnologie und Religionswissenschaften studiert. 2011 habe sie an der Philipps-Universität Marburg ihre Doktorarbeit über die Pflege im Hospital Merxhausen abgeschlossen, so Hübner.

Im 18. Jahrhundert könne allerdings von Pflege im heutigen Sinne noch nicht die Rede sein. Die Aufwärterinnen – Bedienstete des Hospitals – hätten hauptsächlich die Aufsicht über die armen, kranken und behinderten Frauen wahrgenommen und sie zu einem sittlichen Lebenswandel angehalten. Sauberkeit im Hospital, Beheizung der Räume, Essenausgabe und sogar Bestrafungen bei Ungehorsam wären Aufgaben der Aufwärterinnen gewesen, verrät der Vereinsvorsitzende. Der Vortrag fände, erklärt Joachim Hübner, an einem historischen Ort statt, im früheren Weberhaus. Die ältesten Gebäudeteile gingen auf das 16. Jh. zurück. 1704 seien im Weberhaus bereits kleinere Kammern anstelle der Krankensäle für die Hospitalitinnen eingerichtet worden. Die Zuhörer könnten sich also geradewegs ins Hospitalsleben des 18. Jahrhundert zurückversetzt fühlen.

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