Die Anti-Helden von der Spree

Von ALEXANDER GBERTHomberg. Am Montagmorgen liegt ber der Hessentagsstadt Homberg ein Hauch von Melancholie. Nieselregen und graue Wolken

Von ALEXANDER GBERT

Homberg. Am Montagmorgen liegt ber der Hessentagsstadt Homberg ein Hauch von Melancholie. Nieselregen und graue Wolken haben Einzug genommen. Die Laune nur noch auf Mittelma. Ein anderes Bild gestern Abend: 40.000 hatten sich bereits in den frhen Morgenstunden auf den Weg aus dem gesamten Bundesgebiet gemacht um ihre geliebten Anti-Helden zu feiern die rzte.

Ganz in schwarzen Zwirn geworfen, bewaffnet mit Gitarre, Schlagzeug und Bass, gab es das Beste aus 20 Brutto-Jahren ehrlichen rzte-Sound aus Berlin. Eine Premiere inklusive: Wer htte geahnt, dass die Sitz-Laola ihre Wiege im schnen Schwalm-Eder-Kreis hat erfunden von den rzten, fachmnnisch von der gesamten Hessentags-Arena umgesetzt.

Ganz in Schwarz

Aber zum Beginn eines wundervollen Abends. Noch ist die Bhne schwarz verhangen und kurzzeitig nicht ganz klar, ob die Musik live ist oder vom Band kommt. Der Himmel ist blau, schallt Farin Urlaubs raumfllende Stimme, der Vorhang fllt, die selbsternannte und erwiesenermaen beste Band der Welt steht im Rampenlicht und spielt.

In der Mitte thront Bela B. vom Schlagzeug umgeben in erhhter Position und zappelt sich die Seele aus dem Leib, die Menge darunter ist sofort dabei, springt und schreit, tausend Arme strecken sich der Bhne entgegen. Du hast ein gutes Gefhl, schmettert Farin Urlaub, und nichts steht einem grandiosen Konzert im Weg. Alberei und gepflegter Vulgarismus trifft auf ein Publikum, das sich zuvor in Erwartung seiner Abgtter schon ausgiebig selbst in Stimmung geklatscht und gesungen hat.

Derbe Berliner Schnauze

Keiner der Fans scheint zum bloen Zeitvertreib hier, die meisten vermitteln in einer Mischung aus Vorfreude und Mrtyrertum vielmehr den Eindruck, als htten sie notfalls auch wochenlang vor dem Ticketverkauf gecampt. Fast ein Fremdkrper, wer sich hier und heute nicht in rzte-T-Shirts hllt. Pogo (Anmerkung d. Redaktion: Viele Menschen springen gut gelaunt durch die Gegend) vor der Bhne. Die drei darber wissen genau, was von ihnen erwartet wird, erfllen ihre Rolle und geben dem Publikum das, was es will: Beschimpfungen und vor allem Direktheit (Wollt ihr wohl mitklatschen, ihr Scke!?) kurz, den Humor, fr den sie bekannt wurden und den man brachial und selbstironisch nennen wrde, wre er nicht schon lngst selbst zum Markenzeichen geworden.

ber zweieinhalb Stunden verstehen Farin,Bela und Rod Tausende zum Springen zu bringen. Dabei gibt es Mitsing-Hymnen wie Zu spt oder Westerland und natrlich Songs aus dem aktuellen Album Jazz ist anders. Aber vor allem: Die Beste Band der Welt.

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