Auseinandersetzung und Volksverhetzung am Bahnhof Hofgeismar: Zeugen gesucht

In einem Verfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und wegen Volksverhetzung suchen Staatsanwaltschaft Kassel und Polizei den bislang unbekannten Täter.

Aktualisiert am 12. März 2021 um 16.30 Uhr

Hofgeismar. Nach der am gestrigen Donnerstagmorgen veröffentlichten Fahndung mit Fotos in einem Verfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung können die Staatsanwaltschaft Kassel und Polizei einen Fahndungserfolg verbuchen: Bereits kurz nach der Veröffentlichung erreichten die Ermittler der Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen einige E-Mails, die, wie auch mehrere Telefonanrufe, eindeutig auf einen 41-jährigen Mann aus dem nördlichen Landkreis Kassel hinweisen. Diese Hinweise führten nun zur Identifizierung des Tatverdächtigen.

Er steht nun im Verdacht, sich am 1. Februar 2020, am Bahnhof in Hofgeismar und im weiteren Verlauf in einer Regiotram nach Kassel wegen Volksverhetzung strafbar gemacht zu haben.

Da zuvor alle Ermittlungen und das Verfolgen verschiedener Hinweise letztlich nicht zur Identifizierung eines Tatverdächtigen geführt hatten, war von einem Richter die Öffentlichtkeitsfahndung angeordnet worden. Diese führte nun mithilfe der Hinweise zum Erfolg.

Erstmeldung vom Donnerstag, 11. März 2021

Nachdem alle bisherigen Ermittlungen und das Verfolgen verschiedener Hinweise letztlich nicht zur Identifizierung eines Tatverdächtigen führten, soll nun der Weg einer Öffentlichkeitsfahndung beschritten werden. Mit der Veröffentlichung von Fotos des Mannes, die aus der Überwachungskamera einer Regiotram vorliegen, erhoffen sich die in diesem Fall ermittelnden Beamten der Kriminalinspektion Staatsschutz, Hinweise auf seine Identität aus der Bevölkerung zu bekommen.

Die Tat hatte sich im vergangenen Jahr, am 1. Februar 2020, am Bahnhof in Hofgeismar und im weiteren Verlauf in einer Regiotram nach Kassel ereignet. Der Vorfall war der Polizei letztlich erst durch die Anzeige eines Zeugen bekannt geworden. Sowohl der Täter als auch die mutmaßlichen Opfer, zwei junge Männer mit Migrationshintergrund, sind bis heute trotz aller Bemühungen der Ermittler nicht bekannt. Die drei Männer waren dort am Bahnsteig aus unbekannte Gründen gegen 16.20 Uhr in einen Streit geraten, der sich in einer Regiotram nach Kassel fortsetzte.

Währenddessen soll der Unbekannte die Geschädigten rassistisch beleidigt und volksverhetzende Aussagen getätigt haben. Außerdem soll er kurz ein Tattoo auf der Brust gezeigt haben, bei dem es sich laut der Beobachtung eines Zeugen möglicherweise um die Zahl „88“ sowie ein Hakenkreuz gehandelt haben könnte. Der 26-jährige Zeuge war zudem während des Streits schlichtend eingeschritten, woraufhin der Unbekannte ihn jedoch körperlich angegangen haben soll, ohne dass der Helfer jedoch verletzt wurde. Sowohl der 26-Jährige als auch der Täter, der augenscheinlich stark alkoholisiert gewesen sein soll, stiegen anschließend in Grebenstein aus.

Täterbeschreibung:

- männlich, ca. 40 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß,
normale bis sportliche Statur, trug eine „Alpha Industries“
Bomberjacke in schwarz, eine blaue Jeans, schwarze Turnschuhe
und eine sehr auffällige Basecap in schwarz mit einem gelb
umrandeten „Batman“-Zeichen darauf

Die Ermittler der Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen bitten Zeugen, die Hinweise auf die Identität des Mannes auf den Fotos geben können, sich unter Tel. 0561 - 9100 bei der Polizei zu melden.

Rubriklistenbild: © Thorsten Becker (Symbolfoto)

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