Besuch aus San Francisco

Hmme. Als Dirk Altmann vom Geschichtskreis Hmme Anfang Februar diesen Jahres eine E-Mail aus Kalifornien bezglich Abstammung der Fam

Hmme. Als Dirk Altmann vom Geschichtskreis Hmme Anfang Februar diesen Jahres eine E-Mail aus Kalifornien bezglich Abstammung der Familie Bransten erhielt, ahnte er noch nicht, welch wunderbare Begegnung sich einige Monate spter daran anschlieen knnte. Doch am 1. Mai war es soweit: Robert, genannt Bob Bransten, seine Frau Daphne und deren Schwester Jennifer Fowler aus San Francisco statteten dem Hofgeismarer Stadtteil Hmme einen Besuch ab. Robert Bransten, dessen Vorfahren sich whrend des Krieges umbenannten und eigentlich Brandenstein hieen, ist der Urenkel eines jdischen Kaufmanns namens Joseph Brandenstein, der am 27. September 1827 in Hmme als Sohn eines Napoleonischen Kriegsveteranen geboren wurde.

Die 10-tgige Reise unter dem Motto back to the roots fhrte die drei Amerikaner zielstrebig nach Hofgeismar. Dort hatte der Geschichtskreis ein Treffen mit der Historikerin und Spezialistin fr jdische Geschichte, Julia Drinnenberg, und dem Museumsleiter Helmut Burmeister arrangiert. Auch ein Besuch der jdischen Grber in Hofgeismar stand auf dem Programm. Doch auch Hmme selbst musste natrlich besichtigt werden. Mitglieder des Geschichtskreises und die Nachkommen der jdischen Familie begaben sich auf einen kleinen Rundgang durchs Dorf, der vor dem Gasthaus Busch in Hmme startete. Das Haus trug frher die Hausnummer 96. Im Jahr 1830 wird als erster Eigentmer eine jdische Witwe namens Brandenstein erwhnt. Ein Urahne der Gastwirtsfamilie Wilhelm Busch, ein Friedrich Busch, kaufte das Haus 1857 der Familie Brandenstein ab. Bis heute ist es ununterbrochen im Familienbesitz. Auch das Nachbarhaus, frher im Besitz der jdischen Familie Salomon Brandenstein, stie auf das Interesse der Besucher. In dem Haus wurde ein jdisches Lebensmittelgeschft betrieben. Im Stall befand sich auerdem ein Judenbad, im Keller ging es 24 Stufen tief hinunter, erzhlt Dirk Altmann, 1. Vorsitzender des Geschichtskreises.

Abschied am Maypole

Das Wohnhaushaus der Familie Mller in der Hauptstrae mit der alten Hausnummer 23 wurde frher von einer Familie namens Brandenstein bewohnt. Im Jahr 1828 erwarb der Jude Daniel Brandenstein das Haus und das halbe Nachbarhaus hinzu. Zu dem Anwesen gehrten auch eine Synagoge, eine Judenschule und ein Stall. Die Brandensteins verkauften im Jahr 1873 beide Huser an den Bierbrauer Gottlieb Starke und zogen in das Wohnhaus Petristrae 3 nach Hofgeismar, spter bekannt als Grnes Warenhaus (abgerissen 2008). In dem Haus wurde dann erfolgreich Bier gebraut. Die Brauerei verfgte sogar ber einen eigenen Eiskeller.

Abschied nahmen die Mitglieder des Geschichtskreises von den Besuchern aus Amerika am frisch aufgestellten Maibaum, der auch in Amerika als Maypole bekannt ist.

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Tabak und Kaffee

Wer war eigentlich Joseph Brandenstein?

Hmme. Joseph Brandenstein wanderte 1850 zur Zeit des groen Goldrausches nach Amerika aus. 1854 grndete er zusammen mit den Brdern Albert und Moses Rosenbaum ein Tabak- und Zigarrengeschft in San Francisco. Ein Jahr spter heiratete er die Schwester seiner Geschftspartner, Jane Rosenbaum, geboren in Borgentreich. Obwohl die beiden Drfer nur wenige Autominuten voneinander entfernt liegen, lernten sie sich merkwrdigerweise erst in Amerika kennen. Aus der Ehe gingen insgesamt 11 Kinder hervor.

Joseph Brandenstein wurde 1876 zum Prsidenten des deutschen Wohlttigkeitsvereins German Benevolent Society gewhlt. Er starb am 23. Mrz 1910 in San Francisco (Kalifornien), seine Frau Jane am 26. August 1904 ebenfalls in San Francisco. Ihr Sohn Max Joseph Brandenstein, geboren 1860 in San Francisco, heiratete im Jahre 1885 Bertha Weil. Aus der Ehe gingen 4 Kinder hervor. 1881 begann Max Brandenstein mit der Kaffeeproduktion.

Er grndete dann einige Jahre spter, um 1899 zusammen mit seinen drei Brdern die Firma MJ Brandenstein and Company (spter MJB Coffee Company) und leitete die Geschicke des Unternehmens als erster Prsident. Der Firmenname wurde spter in MJB Co. umgewandelt, um Geschwisterrivalitten zu vermeiden und die deutsch-jdische Herkunft zu verschleiern. 1985 wurde das Unternehmen an einen Schweizer Konzern verkauft. 2005 erfolgte dann die bernahme durch einen italienischen Investor.

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