Besuch an ,stillen Gedenktagen’

Von HELMUT KRMLERLandkreis. Die Post kam kurz vor den stillen Feiertagen und mitten hinein in die Ausstellungsvorbereitungen der B

Von HELMUT KRMLER

Landkreis. Die Post kam kurz vor den stillen Feiertagen und mitten hinein in die Ausstellungsvorbereitungen der Blumengeschfte und Einzelhandelsgrtnereien: Wer am Totensonntag sein Geschft ffnen will, muss die Vorschriften des Hessischen Ladenffnungsgesetzes beachten, informierte Jrgen Sommer, Leiter des Fachbereichs Aufsicht und Ordnung des Landkreises Kassel. Gleichzeitig kndigten die Behrden an, dass sie die vorgesehene Ausnahme fr den zulssigen Verkauf von Blumen uerst restriktiv zu handhaben gedenken. Mit berprfungen sei zu rechnen. Und in der Tat: Alleine der Landkreis Kassel fhrte am vergangenen Totensonntag 30 Kontrollen durch. Ergebnis: Trotz der angekndigten Besuche wurden vier Verste registriert. Auf die betroffenen Betriebe wartet jetzt ein Verfahren, durchgefhrt von den Ordnungsbehrden der jeweiligen Kommunen.

Wiederholungstter

Die Aktion der Behrden richtet sich nicht gegen den kleinen Blumenladen um die Ecke, erlutert Landkreis-Pressesprecher Harald Khlborn. Wir hatten vielmehr die groen Anbieter im Visier. Von denen hat so mancher in den letzten Jahren die stillen Feiertage in ein vorweihnachtliches Event umfunktioniert. Gerade hier seien auch wieder die Verste festgestellt worden da wurden beispielsweise sogar Buddha-Statuen verkauft, so der Landkreis-Pressesprecher.

Viele Fachbetriebe in den Altkreisen Hofgeismar und Wolfhagen besttigen LAND & LEUTE den Besuch der beamteten Kontrolleure. In der Frage, wie man mit der restriktiven Handhabung der Behrden umgehen soll, gehen die Meinungen allerdings auseinander: Whrend die einen auf Verhandlungen und eine zeitgemere Auslegung der Totensonntagsverkaufsregelung setzen, wollen andere offensiv an die ffentlichkeit gehen. Was spricht dagegen, neben dem Blumengesteck frs Grab auch schon den Adventskranz mitzunehmen? Viele Kunden mchten den Besuch auch dazu nutzen, um sich ber Weihnachtsangebote und -trends zu informierren.

Uneins ber Vorgehen

Untersttzung bekommen die Blumengeschfte und Grtnereien in und um Kassel auch von den Fachverbnden. Doch auch hier ist man sich ber das weitere Vorgehen nicht ganz einig. Der Hessisch nGrtnereiverband setzt auf Verhandlungen. In den letzten Jahren haben offenbar einzelne Marktpartner die Gedenktage dazu genutzt, um regelrechte volksfestartige Events durchzufhren, vermutet dessen Sprecher Thomas Sdler. Wohl aus diesem Grund habe insbesondere die Stadt Hofgeismar klar gestellt, dass an Totensonntag lediglich Blumen und frischer Grabschmuck zu erwerben sei.. Der Verkauf anderer Artikel wie Advents- und Weihnachtschmuck wird dabei als nicht zulssig betrachtet. Thomas Sdler: Was das genau bedeutet und wie die Auslegung vor Ort tatschlich ist, wird man wahrscheinlich erst nach den Kontrollen an den Feiertagen wissen. Der Hessische Grtnereiverband werde sich weiterhin mit dem Ministerium ber eine konkretere Definition der an den genanten Feiertagen zulssigen Produkte abstimmen. Mit einem Ergebnis ist erst im kommenden Jahr zu rechnen .

Konkreter wird da schon Heinrich Gllner, 1. Vorsitzender des Fachverbands Deutscher Floristen, Bezirkstelle Kassel. Das Hofgeismarer Amt hat eine fr uns unangenehme Lawine losgetreten, so Wegen Quasiweihnachtsmrkten in Blumengeschften seien alle Gemeinden aufgefordert worden, aktiv zu werden. Die Listen der verbotenen Artikel sind unterschiedlich lang, berichtet Heinrich Gllner, auch ist

das Ausschenken von Suppen, Glhwein, Kaffee und das Ausgeben von Kuchen an diesem Tag untersagt. Ein Gesprch mit dem zustndigen Sachbearbeiter in Hofgeismar, diesen Hexentanz noch kurzfristig zu stoppen, habe fr ihn und seine Kollegen kein positives Ergebnis gehabt. Wir drfen nur Blumen, Pflanzen, Grabgestecke und dazu passendes Zubehr verkaufen, erklrt Heinrich Gllner. Bei einem O-Ton-Amt nackten, schmucklosen Adventskranz werde man aber auch nichts sagen. Da fast alle Betriebe angeschrieben wurden, und darber im Vorfeld auch in der ffentlichkeit (LAND & LEUTE) berichtet wurde, werde eine Zuwiderhandlung als vorstzlich gewertet, befrchtet Heinrich Gllner. Das kann bis zu 2.500 Euro kosten. Verkauft das Personal diese Artikel, dann gilt dies auch noch als Versto gegen das Arbeitszeitgesetz.ber die weiteren Manahmen entscheiden die Kommunen, in denen die Betriebe angesiedelt sind, die gegen Auflagen verstoen haben, so Pressesprecher Harald Khlborn. Zu den betroffenen Floristik- und Gartencentern gesellt sich brigens auch eine Spielhalle. Quasi im Vorbeigehen entdeckten die Kontrolleure, dass diese verbotenerweise auch am Totensonntag geffnet hatte.

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