Für Bierschaum echt zu schade: Sammlertreff der Pappdeckel-Könige in Fuldabrück

Kaum ein anderes Hobby sei so vielseitig und spannend wie das Sammeln von Brauereiartikeln. Im Bild Ulrich Schneider, IBV-Präsident (li.) und Vizepräsident Günther Maldaner.

Bereits früh morgens um 7 Uhr warteten einige Sammler schon darauf, dass die Tür geöffnet wurde.

Fuldabrück. Es gibt wohl kaum etwas, was nicht von jemandem gesammelt wird. So ist es auch bei Brauereiwerbeartikeln. „Das ist ein richtiges Abenteuer“, berichtet Ulrich Schneider, Präsident vom Internationalen Brauereikultur-Verband e.V. (IBV). Ob alte und neue Bierdeckel, Kronkorken, Gläser, Krüge, Bieretiketten oder sonstige Werbeartikel von Brauereien.

Sammler fahren dafür durch ganz Europa. „Der Reiz liegt in den unbekannten Kulturen und dem Historischen“ erklärt Schneider. Am Samstag trafen sich in der Fuldabrücker Landbierbrauerei in Dörnhagen rund 50 Sammler und Freunde des Verbands zum Tauschen. Um 8 Uhr ging‘s los, die ersten Souvenir-Fans standen aber bereits seit 7 Uhr vor der Tür. Acht Treffen richtet der Verband im Jahr aus. Da Schneider in Kassel einen Wohnsitz hat, kennt er die Landbierbrauerei schon seit deren Eröffnung und für ihn war klar, dass dort auch ein Treffen stattfinden musste. „Damit der Weg zum neuen Prunkstück nicht so weit ist, veranstalten wir die Treffen an wechselnden Orten.“ Das Treffen in Fuldabrück war das 499. Und natürlich gibt der Verband zu jedem Treff auch eine Bierdeckel-Sonderedition heraus.

Sammelt nicht nur Werbekartenspiele von Brauereien, sondern hat auch 800 Aschenbecher zusammengetragen: Bernd Bobrowski.

„Reich wird man damit allerdings nicht. Es handelt sich beim Bierdeckelsammeln eher um ideelle Werte. „Für mich liegt der Sammelreiz darin, dass man sieht, wie sich beispielsweise Logo und Schrift im Lauf der Jahre verändern. Da wird mal bunt, mal abstrakt oder sogar aggressiv geworben“, erzählt Vizepräsident Günther Maldaner. Schneider legt den Fokus auf das Historische: „Mich interessiert die Geschichte vom Brauwesen.“ Sein Ziel: Weltweit von jeder Brauerei einen Bierdeckel in seiner Sammlung zu haben. Im Alter von 11 Jahren fing der Präsident mit dem Sammeln an. 35.000 Bierdeckel hat er zuhause. „Das ist noch eine relativ kleine Sammlung.“ Sortiert hat er sie nach dem Alphabet und nach Ländern. „Besondere Deckel sind in einem Sammelalbum.“

165.000 Bieretiketten

Bernd Bobrowski aus Neumünster hat sich auf Bieretiketten und Kartenspiele sowie Aschenbecher spezialisiert. „In meiner Sammlung habe ich 800 Aschenbecher, 250 Kartenspiele und 165.000 Etiketten“, berichtet der 82-Jährige. Bald werde er aber sein Hobby aus Altersgründen aufgeben. „Meine Kinder haben leider kein Interesse daran.“ Auf der Tauschbörse wurde aber nicht nur getauscht, sondern auch gefachsimpelt. „Persönlich trifft man sich ja nicht so oft, deswegen sind die Tauschbörsen ein wichtiger Bestandteil unseres Verbands“, so Schneider.

Der IBV, der im Jahr 1958 gegründet wurde gibt auch regelmäßig die Verbandszeitschrift „Unser Steckenpferd“ heraus. Weitere Infos unter: www.ibv1958.biz

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