DSL für Breuna – An der Nase herumgeführt

Von HELMUT KRMLERBreuna. Seit mehreren Monaten bemhte sich der Sohn von Maria Engel bei der Telekom um einen DSL-Anschluss fr die Fa

Von HELMUT KRMLER

Breuna. Seit mehreren Monaten bemhte sich der Sohn von Maria Engel bei der Telekom um einen DSL-Anschluss fr die Familienwohnung am Osterplatz. Keine Chance! Doch vor rund sechs Wochen dann ein berraschender Anruf der Telekom: Wollen Sie nicht einen DSL-Anschluss haben? Wir knnten Ihnen da ein prima Angebot machen. Ich habe noch gelacht und dem Anrufer erwidert, er solle sich gut berlegen, was er dort sagt, erzhlt Maria Engel. Nein, das htte alles seine Richtigkeit, die schriftliche Besttigung des Auftrages, die Zugangsdaten sowie der Router wrden der Familie innerhalb einer Woche zugeschickt.

So sehr sich Maria Engel auch ber den lang ersehnten DSL-Anschluss freute, ein wenig Misstrauen blieb. Doch auch auf der Telekom-Homepage im Internet war ihr Wohngebiet Zum Osterberg` als DSL-tauglich ausgewiesen. Dann hie es erst einmal Warten. Denn aus der vereinbarten Woche wurde natrlich nichts, so die berufsttige Mutter zweier Kinder.

In der vergangenen Woche traf dann eine Rechnung ber 56,98 Euro und einen Tag spter auch die dazugehrige Ware ein:Ein Speedport W 700 W, der eigentlich kostenlos htte geliefert werden sollen. Was weiterhin fehlte, waren die Zugangsdaten und ein Splitter.

Aus der Traum

Maria Engels Nachforschungen bei der Telekom sorgten dann fr eine berraschung. Das muss ein Versehen sein, hat man mir gesagt. Fr unsere Gegend wre nichts freigeschaltet und die Freistellung auch nicht geplant, rgert sich die Breunaerin. Mit dem Hinweis, den Speedport doch bitte umgehen wieder zurck zu schicken, wurde sie dann endgltig aus ihren DSL-Trumen geholt.

Eine Erfahrung, die auch andere Brgerinnen und Brger in Breuna machen durften. Und auch im Rathaus ist man alles andere als glcklich ber die DSL-Aktivitten der Telekom im Gemeindegebiet. Die Versorgung mit DSL durch die Deutsche Telekom AG ist in allen Ortsteilen der Gemeinde mehr als mangelhaft!

Seit mehreren Jahren schon ist die Gemeindeverwaltung schon mit dem Unternehmen im Gesprch. Darin fhrte die Telekom aus, dass sie in Breuna derzeit circa 38 Prozent aller Anschlsse mit DSL versorgen kann. Die ursprngliche Planung zur Versorgung von Breuna wrde sich wegen technischer Auflagen seitens der Regulierungsbehrde Post und Telekommunikation ins dritte Quartal 2008 verschieben. Die dort geplante Technik knnte vorhandene Leitungen der Wettbewerber stren. Um dies zu vermeiden, muss die Telekom eine zustzliche Technik einfhren. Diese befindet sich zur Zeit in der Erprobung und muss letztendlich um eingesetzt zu werden eine abschlieende Netztauglichkeitsprfung bestehen, heit es in einem Telekom-Schreiben an die Gemeindeverwaltung.

Das hren wir schon seit zwei, drei Jahren, so Walter Schmand, Hauptamtsleiter im Breunaer Rathaus, mehrmals wurden Ankndigungen revidiert, auf die wir uns eigentlich verlassen hatten. Ankndigungen, die in der Vergangenheit auch dazu gefhrt htten, dass Privat-Investoren fr ein DSL-Netz wieder abgesprungen seien.

Ankndigungen revidiert

Die Situation ist mehr als rgerlich, stellt auch Brgermeister Klaus Dieter Henkelmann fest. Aber die Gemeinde hat keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Telekom und muss mit diesen leben. Trotzdem werde man weiterhin alles versuchen, um kurzfristig fr alle Ortsteile eine dem Stand der Technik gengende DSL-Verfgbarkeit zu erreichen.

Die Gemeindeverwaltung hat ein groes Interesse im Rahmen der Wirtschaftsfrderung fr optimale Kommunikationswege der Betriebe zu sorgen, unterstreicht auch Walter Schmand. Schlielich bedeute das heutzutage einen Wettbewerbsvorteil im Wettbewerb um ansiedlungswillige Unternehmen.

Wir fhlen uns schon auf Grund der vielen Kontakte der letzten Monate mit der Telekom an der Nase herumgefhrt, so der Brgermeister, der vor allem die Ungleichbehandlung zwischen Ballungsrumen und dem lndlichen Bereich durch die Telekom anprangert.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

15-Jährige bei Unfall schwer verletzt: Unfallbeteiligter und Angehörige schlagen sich vor Polizeirevier

Am Montagabend kam es in Fuldatal-Rothwesten zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Mercedesfahrer einer 15-jährigen Radfahrerin die Vorfahrt genommen haben soll.
15-Jährige bei Unfall schwer verletzt: Unfallbeteiligter und Angehörige schlagen sich vor Polizeirevier

Streit auf dem Radweg: 22-Jähriger droht mit Luftdruckwaffe - Festnahme nach Fahndung

Am gestrigen Donnerstagabend eskalierte auf einem Radweg im Bereich der Baunataler Schulze-Delitzsch-Straße ein Streit. Dabei bedrohte ein 22-Jähriger einen Mann mit …
Streit auf dem Radweg: 22-Jähriger droht mit Luftdruckwaffe - Festnahme nach Fahndung

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.