„Campylobacter“- Infektionen nehmen zu

Von ULF SCHAUMLFFELKassel. Den Namen der Bakterie, die eine Durchfallerkrankung auslst, kann wohl beim ersten Lesen niemand so richtig aus

Von ULF SCHAUMLFFEL

Kassel. Den Namen der Bakterie, die eine Durchfallerkrankung auslst, kann wohl beim ersten Lesen niemand so richtig aussprechen und die wenigsten haben bisher davon gehrt. Fakt ist aber: Das Bakterium Campylobacter hat Salmonellen als bisher hufigste Durchfallerreger in Lebensmitteln abgelst. Auch in Kassel und dem Landkreis!In Kassel ist die Zahl der gemeldeten Salmonellenflle von 100 im Jahr 2008 auf 49 im Jahr 2009 zurck gegangen. Im Kreis von 68 Fllen auf 50 Flle. Campylobacter-Infektionen haben dagegen zu genommen. In der Stadt stieg die Anzahl von 109 Fllen im Jahr 2008 auf 169 in 2009. Im Landkreis Kassel von 94 auf 97, berichtet Dr. Markus Schimmelpfennig vom Kasseler Gesundheitsamt, Abteilung Hygiene.

2009 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) aus Hessen ber 4.000 Campylobacter- und rund 2.070 Salmonellen-Infektionen gemeldet. Damit berstieg die Zahl der Campylobacter-Flle in Hessen die Salmonellose-Erkrankungen erstmals um fast das Doppelte. Die bundesweiten Zahlen zeigen mit rund 62.000 Campylobacter- und 31.000 Salmonellen-Infektionen ein hnliches Bild. Die gute Nachricht ist, dass die Gesamtzahl der beiden bakteriellen Durchfallerkrankungen 2009 deutlich niedriger war als in den Vorjahren, so Denise Jacoby, Sprecherin der TK in Hessen. Hier scheinen Hygiene-Empfehlungen zu fruchten. Problematisch ist vor allem die Verbreitung des Campylobacter in Nutztierbestnden. Der in der ffentlichkeit bisher weniger bekannte Erreger von Lebensmittelinfektionen befllt Geflgel, Rinder, Schweine, aber auch Haustiere, die als Keimreservoir dienen, ohne selbst zu erkranken. Beim Menschen verursacht der Erreger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber. Die Symptome halten oft bis zu einer Woche an.

Der Groteil der Infektionen wird durch belastetes Geflgelfleisch verursacht, das nicht vollstndig durchgebraten wurde, erklrt Denise Jacoby. Beim Umgang mit rohem Geflgel ist auerdem Kchenhygiene besonders wichtig. Auch Auftauwasser, Marinade oder Verpackungen des Fleisches sollten nicht mit anderen Lebensmitteln in Berhrung kommen, um eine so genannte Kreuzkontamination zu vermeiden. Weitere Infektionsquellen sind Rohmilch, rohes Hackfleisch, kontaminiertes Trinkwasser oder Kontakt mit erkrankten Haustieren. Grnde, warum die Campylobacter-Infektionen zu nehmen sieht Dr. Schimmelpfennig unter anderem darin, dass die Bevlkerung bei ihrer Ernhrung immer mehr auf Rohmilch und Geflgelprodukte umsteigt. Hinzu kommt: Fr Salmonellen wurde mittlerweile ein breites Bewusstsein entwickelt, jeder wei, was es ist. Von Campylobacter-Bakterien hat dagegen noch kaum jemand etwas gehrt. Weiter knne man sich bei den Campylobacter-Bakterien schneller anste-cken, weil die sich im Gegensatz zu Salmonellen nicht erst in den Lebensmitteln ausbreiten mssen. Man knne aber mit einfachen Mitteln dagegen ankmpfen: Hnde und Schsseln gut waschen, bevor man nach der Geflgelzubereitung etwas anderes zubereitet. Viele wrden wie schon von der TK erwhnt, beispielsweise den Fehler machen, tiefgefrorenes Geflgel in einer Schssel aufzutauen und danach gleich Salat darin zubrereiten. Sind aber noch Rckstnde vom Tauwasser in der Schssel, werden die Bakterien so weiter transportiert.

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