„Der Blitz war schneller“: Acht Mitarbeiter einer Reitschule in Lohfelden bei Gewitter verletzt

Obwohl man das aufziehende Gewitter im Blick hatte und schnell reagierte, verletzte ein naher Blitzeinschlag acht Mitarbeiter der Reitschule Cemono in Lohfelden. Darunter auch Frank Biniasch und seine Familie. 
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Obwohl man das aufziehende Gewitter im Blick hatte und schnell reagierte, verletzte ein naher Blitzeinschlag acht Mitarbeiter der Reitschule Cemono in Lohfelden. Darunter auch Frank Biniasch und seine Familie. 

„Da sind wir zum Glück glimpflich davongekommen. Das hätte ganz anders ausgehen können!“, ist sich Frank Biniasch von der Reitschule Cemono sicher. Denn vergangenen Mittwoch schlug bei der Reitschule in Lohfelden-Vollmarshausen der Blitz ein.

Lohfelden. „Wir sahen das Gewitter über den Berg kommen, wir zählten die Abstände zwischen Blitz und Donner und innerhalb kürzester Zeit war das Unwetter über uns“, berichtet Biniasch, der gemeinsam mit Sabine Hamatscheck die Reitschule aufgebaut hat. Die größtenteils jungen Reitschüler auf der Anlage konnten schon während des Aufzug des Gewitters evakuiert und in Sicherheit oder ihren anwesenden Eltern übergeben werden. Nun mussten noch die Pferde, die eben noch im Reitunterricht gingen, abgesattelt und auf die Koppel gebracht werden. Als Frank Biniasch, Sabine Hamatschek, die 13-jährige Tochter mit Freundin und vier Mitarbeiter am Putzplatz die Pferde versorgen, passiert es: ein Blitz schlägt in unmittelbarer Nähe ein.

Biniasch, der die Hand gerade am Koppeltor hat, spürt die Kraft des Blitzes durch seine Hand ein- und am Rücken wieder austreten. Auch die anderen am Putzplatz spüren die Auswirkung durch Kribbeln im Körper, welches auch nach dem Einschlag anhält.

Nach einem kurzen Anruf bei einem befreundeten Feuerwehrmann die Ansage: ‚Wählt sofort die 112 und lasst euch im Krankenhaus behandeln!‘. Denn die elektrische Ladung kann sich auf das Herz auswirken, zu Rhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führen oder aber zu Hautverbrennungen, Trommelfellverletzungen oder Gedächtnisproblemen.

So endete der Mittwochabend für die acht Reitschul-Mitarbeiter mit der Fahrt im Krankenwagen. In der Notaufnahme eines Kasseler Krankenhauses gab es dann immerhin für die Hälfte der Betroffenen Entwarnung: Der Blitzeinschlag hatte nicht zu schwereren Verletzungen geführt, sie durften das Krankenhaus noch am Abend verlassen. Doch vier, darunter auch Frank Biniasch, Sabine Hamatschek, die Tochter und deren Freundin mussten über Nacht zur Beobachtung dort bleiben und wurden per EKG überwacht. Für sie ging es erst am nächsten Tag zurück Nachhause und auf die Reitanlage – schon zwei Tage nach dem Blitzeinschlag konnte der Reitunterricht weitergeführt werden.

„Man sagt ja ‚Wenn man vom Pferd fällt, muss man direkt wieder aufsteigen‘ und auch wir machen – nach der ärztlich angeordneten Pause – wie gewohnt immer weiter“, so das Team der Cemono Reitsport Reitschule.

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