Digitale Helden gegen Cyber-Gefahren

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Haben beim Barcamp wieder viel gelernt über die Gefahren im Internet: die Digitalen Helden der Elisabeth-Selbert-Schule mit Schulsozialarbeiter Sebastian Roschinski und Lehrerin Karin Neusüß.

Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule nehmen am Projekt Digitale Helden teil. So können sie sich und andere vor den Gefahren schützen, die im Internet lauern.

Zierenberg. Man stelle sich folgende Situation vor: Ein Mädchen aus der sechsten Klasse veröffentlicht etwas über sich im Internet. Sie will damit anderen gefallen, doch plötzlich gerät alles außer Kontrolle. Böse Kommentare und letztlich auch Hänseleien auf dem Schulhof arten in übelstes Mobbing aus, und das alles wegen eines unüberlegten Posts im Internet, in dem an allen Ecken Gefahren lauern. Die Schüler der Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule kennen diese Gefahren, denn schon seit rund zwei Jahren befassen sie sich genau damit im Rahmen des Projekts Digitale Helden.

Schulübergreifendes Barcamp

Müde, sich immer mehr über die Gefahren des World Wide Web anzueignen und wie man sich davor schützen kann, werden sie nicht. Deshalb haben sie jetzt am schulübergreifenden Barcamp an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule teilgenommen, zu dem auch Digitale Helden der Christian Rauch Schule aus Bad Arolsen, der Freiherr-vom-Stein Schule aus Immenhausen sowie der Christoph Lichtenberg Schule aus Kassel in die Wolfhager Gesamtschule gekommen sind.

Mentorenprogramm gegen Cybermobbing

Dass es immer wichtiger wird, sich mit der Thematik zu befassen, weiß niemand besser als Florian Borns, Geschäftsführer der Digitalen Helden, der das Programm mittlerweile erfolgreich an über 200 Schulen gebracht hat. „Wir haben früher einzelne Schülerworkshops zum Thema angeboten und dabei schnell gemerkt, dass ein einzelnes Seminar nicht ausreicht“, sagt der Soziologe und Historiker, der auch als Social-Media-Redakteur arbeitet. „Ein ganzes Programm musste her und weil wir uns nicht klonen können, brauchten wir die Lehrer und Schüler vor Ort.“ Schnell war das Mentorenprogramm geboren, mit dem Schüler der achten und neunten Klasse zu Digitalen Helden ausgebildet werden.

Sicherer Umgang mit eigenen Daten

Schulen gehen so präventiv und langfristig gegen Cybermobbing vor. Unter anderem beschäftigen sie sich auch damit, wie man mit den eigenen Daten und den Daten anderer richtig umgeht. „Das Mentorenprogramm beginnt mit einer Fortbildung, in dem Lehrer zu Heldenbegleitern ausgebildet werden“, erklärt Borns. „Danach lernen sie ein Schuljahr lang mit ihren Schülern in einem Online-Kurs, entweder im Rahmen einer Schul-AG oder eines Wahlpflichtkurses, wie sie sich sicher und bewusst im Internet bewegen können.“ Das Ziel ist: Die Digitalen Helden geben ihr Wissen bei Klassenbesuchen und Elternabenden weiter, wodurch sich die ganze Schule gegen Cybermobbing wappnet.

Abschalten und das Smartphone zur Seite 

Auch die ESS-Schüler Johnny Zimmer, Davin Oguzersoy und Antonia Sprafke haben sich zu Digitalen Helden ausbilden lassen, haben dabei nicht nur für ihre Mitschüler, sondern auch für sich selbst viel gelernt haben. „Ich klicke mittlerweile beim Herunterladen von Apps die allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht mehr achtlos weg, sondern lese sie mir gut durch“, sagt Johnny, dank der Digitalen Helden wisse er schließlich genau, was er beim Surfen im World Wide Web an Daten besser nicht preisgeben sollte.

Manchmal sei es auch gut, den Internetkonsum ein wenig einzuschränken, sagt Mitschülerin Antonia, denn „die vielen Chats können auf Zeit ganz schön stressen.“ Ihr Tipp: „Einfach mal das Smartphone ausschalten.“

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