Dubiose A.S.N.P.-Rechnung für angebliche Telefondienstleistungen

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Hans Bauer aus Hofgeismar erhielt ein Schreiben der A.S.N.P. aus Tschechien. Angeblich hat er eine kostenpflichtige telefonische Serviceleistung in Anspruch genommen und soll nun 90 Euro bezahlen.

Hofgeismarer Rentner fällt nicht auf die Masche der Abzocker rein.

Hofgeismar. Wieder ein neuer Name für eine alte Masche. In jüngster Zeit tauchen vermehrt in Niedersachsen und jetzt auch in Hessen Rechnungen auf, die für angebliche Telefondienstleistungen verschickt werden. Auch Hans Bauer aus Hofgeismar erhielt ein Schreiben der A.S.N.P. aus Tschechien. Angeblich hat er eine kostenpflichtige telefonische Serviceleistung in Anspruch genommen und soll nun 90 Euro bezahlen. Bar per Einschreiben nach Tschechien. Doch bei dem überaus rüstigen 84-Jährigen werden die Absender auf Granit beißen. Laut Verbraucherzentrale hat er „geradezu mustergültig“ auf die dubiosen Rechnungen reagiert.

„Das beruhigt mich natürlich ein wenig“, so Hans Bauer, der den Vorfall allerdings noch nicht ganz beiseite schieben kann. „Natürlich wird in den Medien regelmäßig über solche Maschen berichtet. Aber wenn man plötzlich selbst damit konfrontiert ist, wird man doch nervös“. Er weiß: Genau darauf setzen die Absender der dubiosen Rechnungen. Und deshalb ist er gerne bereit, mitzuhelfen, andere Adressaten vor Schaden zu bewahren.

Angebliche Serviceleistung

Am 6. März flatterte Hans Bauer eine Rechnung über eine angeblich am 11. Februar in Anspruch genommene „kostenpflichtige telefonische Serviceleistung“ in Höhe von 90 Euro ins Haus. Absender des Briefes ist eine Firma namens „A.S.N.P.“ mit einer Postfachanschrift in der tschechischen Stadt Zbiroh. „Mein Körper mag ja altersbedingt nicht mehr so fit sein, aber mein Kopf funktioniert noch tadellos“, schmunzelt der 84-Jährige und erzählt, dass er am besagten Februartag nirgendwo angerufen sondern vielmehr einen Anruf einer angeblichen Postdienststelle aus dem Ruhrgebiet erhalten hat. „Es klang absolut seriös. Unsere Nummer steht nicht im Telefonbuch. Und da ich mich entgegen sonstiger Gewohnheit mit meinem Namen meldete, wurde ich auch gleich mit Namen angesprochen“, ärgert sich Hans Bauer noch heute über seine Nachlässigkeit.Ein Mann teilte ihm in akzentfreiem Hochdeutsch mit, dass dort ein unzustellbarer Brief mangels vollständiger Daten vorläge und bat um seine exakte Anschrift. Die erhielt er, doch statt der angeblichen Postsendung trudelte in Hofgeismar die Rechnung ein.

„Nicht reagieren oder gar bezahlen, die Firma kennen wir“, lautete die Auskunft der Verbraucherzentrale Hessen auf eine Anfrage des pensionierten Ingenieurs. Das tat Hans Bauer. Am 27. März hatte er dann eine Mahnung im Briefkasten, in der A.S.N.P. die Daumenschrauben anzog: Jetzt war von Telefonsex die Rede, der Betrag hatte sich „aufgrund von Mehrkosten“ auf 135 Euro erhöht.

Strafanzeige erstattet

Nun reichte es dem Hofgeismarer. Nach den eher informellen Gesprächen mit Polizei, Verbraucherzentrale und befreundetem Anwalt machte er jetzt Nägel mit Köpfen: Bei der Polizei Hofgeismar stellte Hans Bauer Strafanzeige wegen Betrugs; die Post erhielt ein Schreiben, in dem er das Unternehmen über den Anruf aus der angeblichen Dienststelle im Ruhrgebiet informierte. Das Unternehmen bedankte sich umgehend für die Informationen und versicherte, „keine Verbindung mit der Firma A.S.N.P“ zu haben.

Eventuellen weiteren A.S.N.P. - Drohungen sieht Hans Bauer gelassen entgegen. Er hat die Ruhe bewahrt, richtig reagiert und ein Beispiel für andere Betroffene vorgegeben.

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