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In der WarteschleifeGerichte mssen ber Weiterbeschftigung entscheidenKassel/Breuna. Einsatzwille, Tatendrang und O

In der Warteschleife

Gerichte mssen ber Weiterbeschftigung entscheiden

Kassel/Breuna. Einsatzwille, Tatendrang und Optimismus zeichneten Johannes Cster aus, als er 2003 bei der Auenstelle Kassel der Staatlichen Schlsser und Grten seine Ausbildung zum Landschaftsgrtner begann. Eigenschaften, die ihn in der Lehrzeit begleiteten und auf die er gerade jetzt bauen muss: Denn der mittlerweile in museumslandschaft hessen kassel (mhk) umbenannte Arbeitgeber verweigerte ihm nach der Ausbildung die bernahme in ein Arbeitsverhltnis. Zu unrecht, wie nicht nur Johannes Cster meint, der seinen Tatendrang vorbergehend aus dem Schlosspark weg und hin zu Anwaltsschreiben und Aktenprfung verlagert hat.

Johannes Csters Pochen auf eine bernahme ist auf spezielle Regelungen in der ffentlichen Verwaltung oder in Grobetrieben zurckzufhren: Auszubildenden, die in der Jugendvertretung oder dem Personalrat sind, muss sptestens drei Monate vor Beendigung des Ausbildungsverhltnisses schriftlich mitgeteilt werden, dass sie nicht bernommen werden. Eine Vorgabe des Hessischen Personalvertretungsgesetzes, die bei den Staatlichen Museen anscheinend bersehen worden war. Da Johannes Cster in diesem Zeitraum zudem schriftlich seine Weiterbeschftigung verlangt hatte, musste er nach seiner mit Einsen und Zweien bestandenen Gesellenprfung davon ausgehen, dass er auch weiterhin im Schlosspark Kassel arbeiten wrde. Fehlanzeige: Als er nach seiner Abschlussprfung im Juli vergangenen Jahres seinen Dienst antreten wollte, wurde ihm dies seitens der Personalabteilung ohne Begrndung verweigert.Auf mndliche und schriftliche Nachfragen wurde nicht reagiert, erst ein anwaltliches Schreiben an seinen Arbeitgeber brachte Bewegung in die Sache: Die Staatlichen Museen bewirkten eine Feststellungsklage bei der Fachkammer fr Personalvertretungsachen, mit der sie die Ungltigkeit des Arbeitsvertrages erwirken wollen.

Oder auf Zeit spielen, so der Anwalt des jungen Arbeitnehmers, denn damit wurde die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben. Whrend Johannes Cster die Zeit zu Weiterbildungen nutzte, erinnerte sein Anwalt die Kammer in Abstnden an die offene Streitsache. Und erhielt im Januar dieses Jahres ein Schreiben, in dem mitgeteilt wurde, dass seine spezielle Fallgestaltung nicht zu den Verfahren gehrt, die die Kammer bevorzugt bearbeiten msste.

Kein Wunder, denn nach den Vorgaben des 65 des Hessischen Personalvertretungsgesetzes msste Johannes Cster seit dem Juli vergangenen Jahres Mitarbeiter der Staatlichen Museen sein. Und das in einem unbefristeten Arbeitsverhltnis! Indirekt wird dies durch die Entscheidung des Kasseler Arbeitsgerichtes untersttzt: Die Richter gehen in einem Schreiben an einen Kollegen des jungen Landwirtschaftsgrtners von einem seit Juli 2006 bestehenden Arbeitsverhltnis aus - in exakt der gleichen Streitsache ebenfalls gegen die Staatlichen Museen, Aussenstelle Kassel!Wenn dem tatschlich so ist, steht den jungen Leuten nachtrglich eine Menge Gehalt zu.

Darum geht es mir doch gar nicht, betont Johannes Cster, Ich htte dafr lieber gearbeitet, als dieses Theater mitzumachen! Und ich wrde auch sofort wieder dort anfangen, zumal sich auch die Kollegen dafr aussprechen. Nicht einverstanden ist er allerdings mit der Art und Weise, wie man eventuelle Versumnisse der Personalabteilung durch Aussitzen korrigieren will. Dann beweist er eben an dieser Stelle seinen Durchhaltewillen. Den demonstriert auch die mhk, deren Personalabteilung und Pressestelle nicht zu schwebenden Verfahren Stellung nehmen. (kr)

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