Ein Engländer in Gottsbüren: Aus einem Fachwerkhaus wird ein "British Pub"

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Es gibt noch einiges zu tun: David Gunson im Inneren des Hauses.

Der Brite David Gunson renoviert ein rund 400 Jahre altes Fachwerkhaus am Kirchhof in Gottsbüren. Hier soll im Frühjahr 2019 ein "British Pub" entstehen: Mit Gäste-Suiten, Biergarten und Whiskey-Tastings.

Trendelburg. Ein Pub mitten im Herzen von Gottsbüren. Das ist der Traum von David Gunson. Der gebürtige Brite möchte mit seinem „British Pub“ die Atmosphäre und Gemütlichkeit der urigen Kneipen seiner Heimat nach Nordhessen bringen.

Doch bis zur geplanten Eröffnung im Frühjahr 2019 muss noch einiges an Sanierungs- und Umbauarbeiten verrichtet werden. Der Pub soll ein rund 400 Jahre altes Fachwerkhaus am Kirchhof in Gottsbüren einer völlig neuen Verwendung zuführen. Das Haus hat Gunson gekauft und renoviert es jetzt zusammen mit Handwerksfirmen aus der Region und dank der Förderung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Regionalentwicklung.

Erfahrungen im Wiederaufbau kann der 59-Jährige mehr als genug aufweisen. Schon fünf mal hat Gunson in seiner alten Heimat Gebäude erfolgreich wieder in Schuss gebracht, unter anderem auch Teile eines alten Kirchenschiffes in England.

Ein Stück vom alten Balken des Hauses.

„Unruhestand“

Jetzt zieht es ihn in seinem „Unruhestand“ nach Gottsbüren. „Es war ein Moment des Wahnsinns“ erklärt lachend Peter Bachmann, der Schwager von Gunson. Bachmann selbst hat in Mariendorf das exklusive „Forsthaus am Reinhardswald“ eröffnet, Hessens erste 5-Sterne-Privatunterkunft. „Ich erzählte ihm, dass dieses Fachwerkhaus schon seit längerer Zeit leer steht, nachdem eine ältere Dame ausgezogen war. Und dass man daraus etwas machen sollte.“ So wuchs die Idee heran, die sogenannte „Köstervilla“ rundum zu renovieren und einen „British Pub“ daraus zu machen.

Verstehen sich blendend: David Gunson (links) und Peter Bachmann.

Gemütlicher Pub

„Das Erdgeschoss inklusive der Diele hinter dem großen doppelflügeligen Eingang wird komplett für den Pub hergerichtet – mit großem Schankraum und allem, was dazugehört“, erklärt David Gunson. Im Gegensatz zu den eher dunklen Pubs in seiner Heimat will er sein Lokal hell gestalten, „aber auch mit gemütlichen Ecken und Stilelementen aus Großbritannien“. Auftritte von Livemusikern sollen das Ambiente noch authentischer machen. „Auch einen Biergarten für gemütliche Abende im Sommer werden wir noch bauen“, so der 59-Jährige und bedauert schmunzelnd: „Für alles rund ums Trinken gab’s allerdings keine Fördermittel, diese fließen nur in die beiden oberen Geschosse ein“.

Hier entsteht der „British Pub“ in Gottsbüren.

Whiskey-Tastings

„Im ersten Obergeschoss werden zwei Gäste-Suiten geschaffen mit WC, Dusche und einem Frühstücksraum. Hier können sich Gäste das ganze Jahr über einquartieren, um das schöne Nordhessen zu erkunden. Auch Gäste unseres Pubs müssen dann nicht zwingend nach Hause fahren“, fährt der in der Gastronomie erfahrene Brite fort. „Besonders wenn wir Whiskey-Tastings veranstalten ein sehr großer Vorteil.“ Diese Tastings sollen regelmäßig stattfinden. Doch auch sonst dürfen sich Whiskeyfreunde im Pub auf ein breites Sortiment an guten und entdeckenswerten Sorten freuen – „jenseits dessen, was man in den Supermärkten so bekommt“.

Britische Spezialitäten

Zum Pub-Angebot gehören auch heimische Biersorten und besondere Brauspezialitäten von der Insel. Passend dazu fehlen auf der Speisekarte auch nicht hier eher unbekannte britische Gerichte – „schmackhafte“, betont der gelernte Koch, der um den Ruf der britischen Küche weiß. Abgerundet wird das Angebot durch regionale Köstlichkeiten.

David Gunson im großen doppelflügeligen Tor des Fachwerkhauses.

Eigenleistung

Über dem Pub und dem Gästebereich entsteht im zweiten Obergeschoss eine Privatwohnung, die David Gunson selbst beziehen wird. Doch bis es soweit ist, muss der Brite in seinem Haus noch viel mit anpacken. Nahezu jeden halben Tag verbringt er in dem im 17. Jahrhundert erbauten Fachwerkhaus und unterstützt die Umbauarbeiten mit viel Eigenleistung, wobei er den typischen Charakter des Fachwerkhauses erhalten und hervorheben möchte.

Intensive Renovierungsmaßnahmen.

Betreiben wird er den Pub zusammen mit seiner Lebensgefährtin, die auch die Gästewohnungen führen wird.

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