Erinnerung an jüdische Mitbürger in Hofgeismar 

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Die Nachkommen der aus Hümme stammenden Familie Brandenstein

1. Hümmer Erzählkreis unter dem Titel „Vom Gehen und Kommen“

Hofgeismar. Zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht vor 80 Jahren fand kürzlich in der örtlichen Ev. Kirche der 1. Hümmer Erzählkreis unter dem Titel „Vom Gehen und Kommen“ statt. Erinnert wurde dadurch stellvertretend an die Millionen Menschen, die durch das sogenannte „Deutsche Tausendjährige Reich“ umgebracht oder zu Flüchtlingen gemacht wurden. Wie etwa die Familie Goldschmidt aus Hofgeismar, denen 1939 die Flucht nach Amerika gelang.

Julia Drinnenberg, überaus engagierte Mitarbeiterin des Stadtmuseums Hofgeismar, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, brachte den interessierten Besuchern durch die Präsentation von Fotos und vor allem das Vorlesen aus persönlichen Briefen die Familiengeschichten und die Schicksale der Verfolgten näher. Sie beschränkte sich dabei auf die aus Hümme stammende Familie Brandenstein bzw. deren Nachkommen namens Löwy und Goldschmidt. Ab 1933 begann die Drangsalierung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, in deren Folge sich viele Familien zur Flucht entschließen mussten, wenn es ihnen finanziell möglich war.

Organisiert wurde diese Veranstaltung vom Geschichtskreis 1995 Hümme e.V. in Kooperation mit dem Förderverein Ev. Kirche Hümme e.V.; Musikliebhaber kamen bei einigen Stücken jüdischer Komponisten auf der Heeren/Euler-Orgel – begleitet von Larissa Grigoryan – ebenfalls auf ihre Kosten. Julia Drinnenberg teilte zum Schluss ihres Vortrages mit, dass die Nachkommen der jüdischen Familie Brandenstein, die heute überwiegend in der Gegend um San Francisco leben, über die Veranstaltung informiert waren und sich sehr über das Interesse sich gefreut hätten. „Das unterstreicht ein zugeschicktes Gruppenfoto mit freundlich winkenden Menschen noch einmal ganz besonders“.

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