Erpresser verlangen von Vellmarer 1000 Euro wegen angeblichen Masturbations-Videos

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„Wir haben einen Trojaner über das Aufrufen einer Porno-Seite auf ihrem Rechner installiert und Sie bei der Selbstbefriedigung gefilmt...“ So werden  Männer in Nordhessen angeschrieben und mit der Drohung, diese Videos zu veröffentlichen,  Geldsummen in beträchtlicher Höhe gefordert.

Ein pikantes Video, aufgenommen durch die Webcam des eigenen Computers: Damit werden in Nordhessen scheinbar wahllos Männer erpresst. Die Polizei rät, Anzeige zu erstatten und auf keinen Fall die geforderte Summe zu zahlen.

Vellmar/Kassel.  Die Erpresser kommen schnell zur Sache: „Guten Tag, Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn Deine Familie und Freunde Dich so sehen, wäre das eine große Schande.“ Dem Empfänger der Email wird von Unbekannten vorgegaukelt, sie hätten ihn bei der Selbstbefriedigung beim Ansehen von Porno-Webseiten gefilmt. Und würden diese Aufnahmen allen seinen Kontakten senden, sollte er nicht die geforderte Summe begleichen.

 So ging es auch einem 56-Jährigen aus Vellmar, der am Montag Anzeige bei der Polizei erstattete: „Er wurde von bislang unbekannten Tätern genau mit dieser Masche erpresst. Sie forderten ihn auf, 1.000 Euro in Bitcoins zu zahlen, sonst würden sie ein solches Video von ihm versenden“, berichtet Polizeisprecherin Monique Düker. Der Mann aus Vellmar durchschaute den Betrug aber, zahlte nicht und ging zur Polizei.

 „Die Masche ist schon länger in Nordhessen bekannt. Seit geraumer Zeit erhalten offenbar zufällig ausgewählte Opfer die E-Mails unbekannter Absender“, so Düker.

Pikante Videos sollen versendet werden

Die Betrüger geben in den Mails vor, über pikante Videos des jeweiligen Adressaten zu verfügen. Angeblich hätte man sich in den Computer und in die PC-Kamera gehackt. So sei man an ein Video des Opfers gelangt, in welchem er oder sie sich vor dem PC selbst befriedigt. Nun drohen die Täter damit, dieses angebliche Video an alle im Computer erfassten Kontakte des Opfers zu verschicken.

Die Betroffenen könnten dies nur abwenden, indem sie einen Betrag X in Bitcoins überweisen. Sollten sie dieser Zahlungsaufforderung innerhalb von drei Tagen nicht nachkommen, würde das Filmmaterial versendet werden.

„Die Erpressten stehen aufgrund des vermeintlich sexuellen Inhalts der Videos enorm unter Druck. Die Betrüger spielen genau mit diesem Angst- und Schamgefühl der Opfer und erhoffen sich so, an deren Geld zu gelangen“, sagt Monique Düker. Die Polizei rät den Betroffenen, in keinem Fall Geld an die Täter zu überweisen.

 „Vermeiden Sie es auch, Kontakt mit den Betrügern aufzunehmen oder per Mail zu antworten“, rät die Polizeisprecherin.

Adressaten einer Erpressungsnachricht sollten keine Scheu haben, sich direkt bei der Polizei zu erkundigen. Und Anzeige wegen versuchten Betruges erstattet.

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