Espenau: Erneut Schaben in Grundschule gesichtet

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Hat erneut mit Ungeziefer zu kämpfen: Wieder wurden Schaben in der Grundschule Espenau gefunden, die aus den Schulranzen von Kindern krabbelten.

Sie sind wieder da: In der Grundschule in Espenau sind erneut Schaben gesichtet worden. Schon im September war die Schule deswegen geschlossen.

Espenau. Die Kinder toben über die Gänge, rufen sich Albernheiten zu, dann geht es wieder in die Klasse – so wie es an einer Grundschule auch sein soll. Was nicht so sein soll ist, dass kleine, nicht zur Schule gehörende Eindringlinge durch die Klassenräume huschen. Die Rede ist von der deutschen Schabe. Schon Anfang September wurde die Grundschule in Espenau wegen Schabenbefalls geschlossen. Vor einer Woche wurde das Ungeziefer erneut gesichtet, wie es in einem Infobrief an die Eltern heißt.

„Das Problem hatten wir eigentlich schon gelöst, doch jetzt ist wieder eine Schabe gesichtet worden“, bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn. Das Schädlingsproblem ist allerdings kein hausgemachtes, denn die Schaben werden, wie schon im September bemerkt, von Schülern aus den Häusern an der Bahnhofsstraße in Espenau eingeschleppt.

Der Eigentümer der Häuser an der Bahnhofsstraße habe laut Kühlborn nun reagiert, nachdem ihm von Seiten der Gemeinde Druck gemacht wurde. So wurden jetzt Fressköder ausgelegt und Schädlingsbekämpfer versuchen die Schaben zu vernichten. „Die Mieter sind nicht das Problem, sondern der Zustand des Gebäudes. Die Immobile ist sehr schabenfreundlich, der Vermieter ist jetzt gefragt“, sagt Kühlborn. Schon von außen macht der Wohnkomplex keinen guten Eindruck, man hat das Gefühl, man befinde sich am Rande der Gesellschaft, am Ende von Espenau. Hinter den Häusern ein weites Feld, daneben die Gleise der Straßenbahn. Die Fenster sind zum Teil mit Laken zugehangen. Vor dem Haus parkt ein Mercedes mit bulgarischem Kennzeichen, dahinter steht ein Sprinter mit Ladefläche. Zwei ältere Herren radeln am Gebäude entlang. „Fahr schneller, da sind Kakerlaken“, ruft einer von ihnen. Rund 30 schulpflichtige Kinder leben in der Bahnhofsstraße 39 bis 41, die meisten von ihnen gehen in die Grundschule in Espenau. Der überwiegende Teil der Bewohner kommt aus Bulgarien. Weil die Kinder mit ihrem Ranzen das Ungeziefer mit in die Schule geschleppt hatten, kommen die Kinder nun ohne Rucksack in die Schule, ihre Lernmaterialien lassen sie in der Klasse. Bald soll ein Container aufgestellt werden, in dem die Schulmaterialien aufbewahrt werden.

Nachbarn und Gemeinde schon länger ein Dorn im Auge: Der Zustand der Immobilie an der Bahnhofsstraße ist „schabenfreundlich“.

Die Kinder vom Unterricht auszuschließen war keine Option. „Die Kinder sind ja schulpflichtig“, so Kühlborn. „Die Container-Lösung finde ich okay, die Kinder haben ja ein Recht auf Bildung“, sagt uns eine Mutter, die soeben ihr Kind aus der Grundschule Espenau abholt. „Allerdings dachte ich, das Thema wäre nach dem letzten Vorfall erledigt, so wurde es uns zumindest verkauft. Die Schaben sind zwar nicht gesundheitsgefährdend, aber einfach eklig.“ Sie habe jeden Tag nach der Schule den Ranzen ihrer Tochter nach Schaben untersucht.

Die Container-Lösung bringt aber auch ein Problem mit sich. Geben die betroffenen Kinder aus der Bahnhofsstraße dort ihre Schulranzen ab, werden sie so bloßgestellt. „Da gehen wir natürlich ganz sensibel mit um. Die Lehrer an der Schule haben da schon ganze Arbeit geleistet und den Schülern erklärt, dass nicht die Kinder, sondern die Immobilie das Problem ist“, sagt Harald Kühlborn. Währenddessen gehen die Eltern laut Schulleiterin Birgit Hinn gut mit Situation um. „Die Eltern haben sehr sachlich reagiert“, sagt sie. Bis das Schaben-Problem rundum gelöst ist, wird es noch dauern. „Da brauchen wir noch ein bisschen Zeit, das geht nicht von heute auf morgen“, sagt Kühlborn.

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