Flächendeckender Anschluss an das schnelle Glasfasernetz

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Bei der Abschlussveranstaltung in Bad Emstal (v.l.): Dr. Reinhard Kubat (Landrat Waldeck-Frankenberg), Marco Weigand (Geschäftsführer Weigand Bau GmbH), Uwe Schmidt (Landrat Kreis Kassel), Prof. Dr. Kristina Sinemus (Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung), Dr. Michael H. Koch (Landrat Hersfeld-Rotenburg), Kathrin Laurier (Geschäftsführerin Breitband Nordhessen GmbH) Winfried Becker (Landrat Schwalm-Eder-Kreis), Stefan G. Reuß (Landrat Werra-Meißner-Kreis), Dr. Ralph Jäger (Geschäftsführer Netcom Kassel).

Landräte feiern Abschluss des größten Breitbandausbauprojekts in Europa

Bad Emstal. Sie behauptet sich auf dem glatten politischen Parkett in Wiesbaden und bewies jetzt auch im Parkhotel „Emstaler Höhe“ Stehvermögen. Als Prof. Dr. Kristina Sinemus schwungvoll den Saal betrat, rutschte sie auf dem Parkettboden aus, fing sich aber reaktionsschnell und lächelte den herbeieilenden Helfern zu: „Sie werden hier heute keine Ministerin stürzen sehen“. Auch sonst gab es allen Grund zur Freude, denn in Bad Emstal wurde an diesem Tag offiziell der Abschluss des größten Breitbandausbauprojekt seiner Art in Europa gefeiert „Nordhessen hat heute allen Grund, stolz zu sein. Denn mit diesem Projekt haben wir den flächendeckenden Anschluss an das schnelle Glasfasernetz in Nordhessen ermöglicht“, freut sich Dr. Michael Koch, Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) mit Sitz in Kassel. Er sprach von einem „historischen Tag“ für die Region und dankte dem Land und der WIBank, die den Ausbau mit einem Darlehen von rund 140 Millionen Euro ermöglicht haben.

Ausbau termingerecht und in Rekordzeit 

Nicht nur im Ballungsraum Kassel und größeren Orten der Region ist damit die Grundlage für eine zeitgemäße Datenversorgung geschaffen worden, sondern auch in kleinen Orten, Ortsteilen und einzeln stehenden Gebäuden in sämtlichen nordhessischen Landkreisen. Mit dem Breitbandnetz sei zudem die Basis für die Vernetzung in der digitalen Welt von morgen geschaffen: „Das Netz, das wir in den vergangenen Jahren gelegt haben, ist die Grundlage für den künftigen Glasfaseranschluss eines jeden Hauses. Das alles gelang uns termingerecht in der Rekordzeit von drei Jahren zwischen dem Baubeginn im Oktober 2016 und dem Abschluss im November 2019 sowie innerhalb des Kostenplans.“ In dieser Zeit sei viel bewegt worden in Nordhessen. Wenn die fünf nordhessischen Landkreise nicht mit Hilfe des Landes die Initiative ergriffen hätten, sagt Koch, dann wäre das Netz niemals bis in die 570 nun angeschlossenen kleinen Orte und Ortsteile mit ihren etwa 160.000 Haushalten und 17.000 Gewerbebetrieben gekommen. Zwar wäre das Netz in Kassel, den angrenzenden Gemeinden und in den größeren Orten wie den Kreisstädten mit Sicherheit ausgebaut worden, denn in dicht besiedelten Räumen lohne die Investition für einen privaten Netzanbieter, nicht aber in dünn besiedelten Orten, die weit entfernt von den Zentren liegen.

Selbstbewusst gegen das Marktversagen 

„Das nennt man Marktversagen, und dieses haben wir, die Landräte Michael Koch, Landkreis Hersfeld-Rotenburg, Stefan Reuß, Landkreis Werra-Meißner, Winfried Becker, Schwalm-Eder-Kreis, Reinhard Kubat, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Uwe Schmidt, Landkreis Kassel und das Land Hessen, gemeinsam durch entschiedenes politisches Handeln korrigiert“, sagten die Landräte. „Wir haben gezeigt, dass der ländliche Raum nicht abgehängt wird, wenn wir selbstbewusst die Initiative ergreifen.“ „Ein großer Tag für Nordhessen“, ergänzte die Hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. „Ein modernes und vor allem flächendeckendes Breitbandnetz ist die Basis für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum sowie für regionale Wettbewerbsfähigkeit. In Nordhessen hat man das früh erkannt. Das gesamte Nordhessen-Cluster - fünf nordhessischer Landkreise - hat sich der herausfordernden Zukunftsaufgabe des Breitbandausbaus frühzeitig angenommen und stets beherzt angepackt.“ Ihr großer Dank ging deshalb an alle Projektbeteiligten sowie die Kommunen und Landratsämter, die Hand in Hand gearbeitet hätten, „um Europas größtes Breitbandprojekt pünktlich fertigzustellen. Das ist ein großer Tag für Nordhessen.“

Zeitgemäße Versorgung im europäischen Maßstab

 Im nationalen und europäischen Vergleich, fügte die Geschäftsführerin der BNG, Kathrin Laurier, an, hat Nordhessen selbst in seinen dünner besiedelten Räumen nun eine zeitgemäße Breitbandversorgung als Basis für die Teilnahme an der digitalen Welt von morgen. „Wir haben mit Hilfe unseres Generalunternehmers Weigand Bau 2.200 Kilometer Leerrohre und darin Glasfaserkabel bis in die kleinste Ortschaft verlegt. Sowohl Gewerbetreibenden als auch Privathaushalten stellen wir Breitbandanschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Mit der Freigabe von VDSL-Vectoring sind Zugangsbandbreiten von bis zu 100 Mbit/s möglich“, erläuterte Laurier. Nach der Erstellung des Netzes durch die BNG sei es nun an der Netcom Kassel als Netzbetreiber, die Verträge mit den Endkunden zu schließen und dannn die Anschlüsse bis in die einzelnen Haushalte der Orte und Gemeinden freizuschalten.

Jetzt Anschlüsse für Schulen und Krankenhäuser 

 Zusätzlich zum Hauptprojekt sollen jetzt 261 Krankenhäuser und Schulen in ganz Nordhessen über die BNG angeschlossen werden, informierte Laurier. Die Breitband Nordhessen GmbH übernehme federführend für die fünf Landkreise die Antragsstellung und Durchführung, nachdem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein neues Programm aufgelegt habe.

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