Freiwillige restaurieren historisches Fachwerkhaus in Naumburg

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Pamela Cellarius, Alina Bestmann, Petra Landefeld (Förderverein Altstadt Naumburg) mit Jens Bestmann und Martin Schreiber (Bürgergenossenschaft) (v. li.).

Bürgergenossenschaft lädt Interessierte zu einer geöffneten Baustelle und zum Gewölbe-Rundgang ein.

Naumburg. Alle vierzehn Tage wird in der Naumburger Graf-Volkwin-Straße 5 gehämmert, geputzt, geschuftet. Dann sind hier mal mehr, mal weniger Freiwillige im samstäglichen Einsatz, um das historische Fachwerkhaus nicht nur vor dem Verfall zu retten, sondern um es in ein städtebauliches Schmuckstück zu verwandeln. „Es geht um unser aller Städtchen. Wir sollten nicht zusehen, wie ein Haus nach dem anderen leer steht und kurz vor dem Einsturz abgerissen wird. So stirbt unsere Stadt sicher aus – und das geht am Ende schneller, als wir alle zu glauben vermögen“, so Martin Schreiber. Er ist - neben Jens Bestmann - Vorstand der jungen Bürgergenossenschaft (BG) Naumburg eG, deren Mitglieder es sich zum Ziel gemacht haben, sich dem Erhalt alter, bedeutsamer, aber vom Abriss bedrohter Häuser zu widmen. Mit dem Kauf der Immobilie in der Graf-Volkwin-Straße wurde ein erstes Zeichen gesetzt. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, für den Abriss des leerstehenden Gebäudes hatte die Stadt schon den Auftrag erteilt. Quasi in letzter Minute erwarb die Bürgergenossenschaft das Objekt, im August wurden die Verträge unterschrieben. Martin Schreiber, der als Architekt die Planung verantwortet: „Das Haus ist ein Musterbeispiel, wenn es um Gründe für einen Erhalt geht: Es ist sehr ursprünglich erhalten und von gesunder Substanz. Dazu städtebaulich von besonderer Bedeutung. Vor allem passen Größe und auch der zu erwartende Sanierungsaufwand, um eine junge Bürgergenossenschaft nicht zu überfordern“.

Begleitet von den besten Wünschen von Bürgermeister Stefan Hable - „Ich wünsche der BG bei den anstehenden Sanierungsmaßnahmen viel Erfolg und eine möglichst große Zahl von Unterstützern“ - machten sich die Genossenschaftler umgehend ans Werk. 45 waren es bei der BG-Gründung, ihre Zahl ist mittlerweile auf 69 angewachsen. „Und wir freuen uns über jedes weitere Mitglied“, wirbt Jens Bestmann, der für den kaufmännischen Bereich zuständig ist, um weitere Unterstützer. Man kann passiv Anteile erwerben, „auch wer nur einen Anteil in Höhe von 100 Euro zeichnet oder auch mehrere, ohne jedoch an der Baustelle mit zu schaffen, ist ein wertvoller Unterstützer“ - oder sich nach eigenem Ermessen mit Rat und Tat einbringen. Letztere dürfen sich auf engagierte, gut gelaunte Mitstreiter freuen. Die Aufgaben werden an den Samstagen immer wieder neu verteilt, bei aller Arbeit bleibt immer auch Zeit für Scherze und Gespräche. Auch das „Catering“ funktioniert wie am Schnürchen - Nachbarn und andere Unterstützer bringen regelmäßig Kuchen, Schnittchen, mal einen Salat und - in dieser Jahreszeit besonders begehrt - heiße Getränke vorbei.

Geöffnete Baustelle und Gewölbe-Rundgang

Bürgergenossenschaft, Geschichtsverein Naumburg e. V. und Förderverein Altstadt Naumburg laden alle Interessierten für kommenden Sonntag, 15. Dezember, zu einer Baustellenbesichtigung in die Graf-Volkwin-Straße 5 ein. Von 14 bis 17 Uhr kann man die Räumlichkeiten besichtigen. Es gibt einen Flohmarkt mit Fundstücken aus dem Haus, Kaffee und Kuchen sowie „Naumburger Bratapfellikör“. Dieser Likör wurde extra vom Förderverein für die Weihnachtszeit konzipiert, hergestellt aus regionalem Apfelsaft, Wein und ausgesuchten Gewürzen - eine Alternative zu Glühwein. Samstag, den 28. Dezember, sollte man sich ebenfalls schon mal vormerken: Geschichtsverein und Förderverein bieten an diesem Tag einen „Kellergewölbe-Rundgang“ an. In der Zeit von 16 bis 19 Uhr lassen sich individuell und im eigenen Rhythmus rund fünf oder sechs geöffnete Naumburger Keller besichtigen.

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