Ein "gefürchtetes Duo"

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Trendelburg. Der Deutscher Meister im Distanzfahren 2013 kommt aus Stammen. Hans Böker und „Zeta Jones“ meistern die 104 Kilometer lange Strecke.

Trendelburg. Die Traberstute "Zeta Jones" läuft gleichmäßig durch das naturbelassene Gelände rund um Rödinghausen bei Bielefeld.

Auch Hans Böker, der bereits mehrer Stunden auf dem Sulky steht, fühlt sich noch fit. Da signalisieren ihre "Trosser", dass die Kontrahenten Zeit aufgeholt haben; gar vorbei zu ziehen drohen. Das eingespielte Team aus Stammen mobilisiert Kraftreserven, dann ist es geschafft: Der Deutscher Meister im Distanzfahren 2013 kommt aus Stammen. Hans Böker und "Zeta Jones" meistern die 104 Kilometer lange Strecke in einer Fahrzeit von 6 Stunden,17 Minuten und 17 Sekunden.

"Sie ist schon toll in Form", lobt der begeisterte Pferdesportler seine achtjährige Stute; "aber zu so einem Sieg gehört natürlich auch etwas Glück". Das hatten sie: In Rödinghausen mussten alle starken Konkurrenten vor den Beiden auf die Strecke. "Dadurch konnte ich mich immer an den Zeiten der Gegner orientieren".  Die gibt es auch in  der eigenen Familie. Denn mit dem Titelgewinn 2013 kommt bereits zum vierten Mal ein Deutscher Meister im Distanzfahren aus Trendelburg-Stammen. Christina Böker konnte diesen Titel schon drei Mal erringen."Spätestens jetzt sind wir bei den Rennen ein gefürchtetes Duo", schmunzelt das Ehepaar, das sich seit über 15 Jahren dem Pferdesport verschrieben hat und im Reit- und Fahrverein Trendelburg beheimatet ist. "Das Distanzfahren ist unser Hobby," erzählt Christina Böker, "ein zeitaufwändiges aber sehr, sehr schönes Hobby."

Nahezu die gesamte Freizeit der beiden Berufstätigen geht dafür drauf: zwei bis drei Mal in der Woche wird mit den Pferden trainiert, an mehreren

Wochenenden stehen Wettkämpfe auf dem Programm, bei denen in der Summe locker mal 650 Kilometer zurück gelegt werden, bevor es dann im Oktober für Mensch und Tier in die Winterpause geht. "Unser Sport macht eben Spaß", erklärt der 50-jährige Hans Böker. Bei den Distanzfahrern und -reitern sei niemand abgehoben, man unterstütze sich trotz aller sportlichen Konkurrenz gegenseitig, sei sich vielfach freundschaftlich verbunden. Und verbringt auch vor und nach den Wettkämpfen viel Zeit miteinander. Hans Böker: "Wir fahren mittlerweile fast nur noch Langdistanzen ab 80 Kilometer, da geht es entspannter zu."

Extra-Info:

Distanzfahren ist ein Sport für jeden, der Spass daran hat, sich mit seinem Pferd und auf einer Kutsche durch die Landschaft zu bewegen. Wichtig hierfür sind ein gesundes, lauffreudiges Pferd und eine Kutsche, die sich in verkehrssicherem Zustand befindet. Von den Einspännerfahrern werden die einachsigen Sulkies bevorzugt, weil sie sehr wendig sind. Natürlich werden die Pferde von erfahrenen Tierärzten vor, während und nach einem Wettbewerb überwacht und fahruntaugliche Pferde sofort disqualifiziert. Erst wenn der Tierarzt auch bei der Nachuntersuchung – eine zweite kann sogar noch am nächsten Tag erfolgen – sein Okay gibt, wird das Pferd platziert.

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