Griff nach einem Stern mehr

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Wie bestellt: Beim Ortstermin an einem der möglichen „Flussbegegnungspunkte“ trafen Kreis- und Kommunenvertreter auf eine Schulklasse aus Westfalen, die auf einer Kanutour auf der Diemel unterwegs war. 

Aus vier Sterne sollen fünf Sterne für den Diemelradweg werden. Um dieses Ziel erreichen zu können gibt es Pläne für verschiedene Attraktionen, wie zum Beispiel für "Flussbegegnungspunkte".

Trendelburg. „Vier Sterne sind ja gut und schön, aber will wollen die volle Punktzahl – fünf Sterne!“ So kurz und präzise wie Peter Nissen, Leiter Regionalentwicklung beim Landkreis, kann man es natürlich auch formulieren:  Das Touristikmanagement des Landkreises Kassel plant gemeinsam mit den Anrainer-Kommunen entlang des rund 110 Kilometer langen Diemelradweges eine Qualitätsoffensive. Hierzu legte Vizelandrat Andreas Siebert jetzt eine vom Kreis in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vor und übergab diese an die Bürgermeister Martin Lange (Trendelburg) und Marcus Dittrich (Bad Karlshafen). Die Stadt Liebenau komplettiert den Viererbund.

Landkreis und Kommunen planen, entlang der Diemel Fahrrad-Rastplätze in Kombination mit Naturerlebnismöglichkeiten in Form sogenannter „Flussbegegnungspunkte“ zu schaffen. An diesen Orten sollen Radfahrer und Kanuten die Möglichkeit haben, auch gemeinsam auf naturnah gestalteten Flächen zu rasten und sich über kulturelle und weitere touristische Angebote der Umgebung informieren zu können. Gleichzeitig sollen die „Flussbegegnungspunkte“ auch als außerschulischer Lernort und „naturpädagogischer Radweg“ genutzt werden, der sich für Tagesprojekte benachbarter Schulstandorte ebenso anbietet, wie für Projektwochen entfernter liegender Schulstandorte.

Ausbau des naturnahen Aktivtourismus

Der Vize-Landrat bedankte sich bei den Bürgermeistern für die Bereitschaft, sich in dem Projekt gemeinsam zu engagieren. Gleichzeitig hob er die Bedeutung des Projektes für die touristische Entwicklung im Naturpark Reinhardswald hervor. „Stillstand ist Rückschritt“, so Andreas Siebert mit Blick auf die Investitionen anderer Regionen in die touristische Infrastruktur. „Mit den Flussbegegnungspunkten können wir ein attraktives Alleinstellungsmerkmal entwickeln, um gegenüber Mitbewerbern unter den zahlreichen Flussradwegen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen“, betont er. Ziel sei es, den naturnahen Aktivtourismus weiter auszubauen.

„Unser neuer Naturpark besteht nicht nur aus dem namensgebenden Reinhardswald sondern auch aus dem Diemeltal mit dem hier verlaufenden Radweg“, unterstreicht Peter Nissen. Die stetig steigenden Übernachtungszahlen seien ein Beweis für die Attraktivität der Region und ihren naturverträglichen Tourismus. Das gelte es zu halten und auszubauen. Deshalb wolle man auch aus dem Vier-Sterne- einen Fünf-Sterne-Radweg machen. „Dazu brauchen wir Attraktionen entlang der Strecke – wie beispielsweise die Flussbegegnungspunkte“. Zielgruppe seien dabei vor allem Kurzurlauber und Familien mit Kindern.

„Einer muss einfach mal anfangen!“

Die vorliegenden Pläne seien bereits mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt. Auch läge nun für jede Kommune eine Kostenschätzung vor. Für die Umsetzung sollen, unter der Federführung des Landkreises, Fördergelder über das europäische LEADER-Programm beantragt werden. „Wenn alles gut läuft“, so Nissen, „könnte ich mir vorstellen, dass wir kommendes Jahr anfangen.“ Der Leiter Regionalentwicklung setzt darauf, dass weitere Anrainerkommunen in die Qualitätsoffensive mit einsteigen.  „Einer muss einfach mal anfangen“. Zu den „Anfängern“ gehören die Kommunen Bad Karlshafen, Trendelburg und Liebenau. „Wir machen gerne mit bei dieser Offensive“, bestätigen die Bürgermeister. Sie freuen sich, dass der Schwerpunkt auf dem naturnahen Tourismus liegt, und dass mit den neuen Rastplätzen gerade auch für Kurzurlauber und Familien mit Kindern etwas getan wird. „Jeder Flussbegegnungspunkt wird individuell gestaltet und entwickelt damit seinen eigenen Reiz“.

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