Große Aufregung um kleinen Wanderer

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Mariendorf. Er ist zwar klein, rührt sich nicht von der Stelle und doch gab es ein großes Empfangskommitee für den kleinen Wanderer.

Mariendorf. Er ist zwar zierlich, gerade mal 160 Zentimeter groß, trotzdem gab es viel Aufruhr, als man ihn als neuen Mitbürger Mariendorfs begrüßte: Vom Immenhäuser Rathaus-Chef Herbert Rössel über Altbürgermeister Adolf Deichmann bis zum Ortsvorsteher Reinhard Petersen, vom Vereins Hugenotten- und Waldenserpfad über Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung mit Sprecherin Jutta Finis an der Spitze und vielen interessierten Mariendörfern reichte damals die Liste des Empfangskommandos.

Sie alle hießen den wortkargen Gesellen herzlich willkommen, der eigentlich ein Wanderer auf dem Weg ist. Laufen würde ihm aber schwer fallen, schließlich ist der Kleine, der Mitten im Herzen des Dorfs zu Hause ist, aus Stahl.

Ein Wanderer, der sich nicht von der Stelle rührt, damit einerseits für Beständigkeit, gleichzeitig aber auch für jede Menge Bewegung steht. Denn die Figur, die dem Logo des europäischen Kulturfernwanderweges "Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser" nachempfunden ist und von Auszubildenden des Berufsbildungswerkes Nordhessen hergestellt wurde, soll zum einen dauerhaft an die Wurzeln von Immenhausens kleinstem Stadtteil erinnern, den vor 326 Jahren französische Glaubensflüchtlinge gegründeten. Andererseits stelle sie den typischen Mariendorfer dar, der sich vor elf Jahren auf den Weg gemacht habe, sein Dorf qualifiziert weiter zu entwickeln.

Bewegung und Beständigkeit

Stellvertretend für viele würdigte das Stadtoberhaupt diesbezüglich Jutta Finis, Reinhard Petersen, Anja Düsterhöft-Eichhorn, den Vorsitzenden des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins, Carsten Siebert und dessen Mutter Elke Siebert, die sich bei den im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms laufenden Aktivitäten einsetzten. Nicht zu vergessen Immenhausens Bauamtsleiter Bernd Horstmann, dessen "unermüdliches Engagement" Rössel ebenso anerkannte, wie Finis. "Er begleitete uns treue zehn Jahre lang, führte Protokoll, notierte, arrangierte, ich möchte sagen: Er war und ist eine zuverlässige Person, die", so die Sprecherin des Arbeitskreises, "die ganze Dorferneuerung mitgetragen hat, in einer Form, die nicht unbedingt selbstverständlich ist."

Zweiter Platz

Selbstbewusst und in der sicheren Gewissheit, sich im Projekt gut gestellt zu haben, nahmen die Mariendörfer als Bewohner eines von 26 Orten am Hessischen Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft 2011" teil, dessen Thema die Zielrichtung verdeutlichte: Soziale Organisation, bewahren und entwickeln, demografischer Wandel, Eigeninitiative, Dorfgestaltung, Barrierefreiheit, Verbesserung der Lebensqualität. Die Mariendorfer machten ihre Sache gut. Sie belegten den mit 2000 Euro dotierten 2. Platz. Preisgeld, das in die Aufstellung der symbolträchtigen Figur floss.

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