Gründung einer neuen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Kassel

Jetzt muss der Kreistag über das Projekt entscheiden.

Hofgeismar. „Wir haben – wie vom Kreistag gewünscht – die Rahmenbedingungen für die Gründung einer neuen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis geprüft und können feststellen, dass eine solche Gründung möglich ist“, informiert Landrat Uwe Schmidt über das Ergebnis zweier Prüfaufträge aus dem Kreistag. Die kreisangehörigen Kommunen hätten mehrheitlich Interesse an einer Wohnungsbaugesellschaft gezeigt. Schmidt: „Der Wunsch der interessierten Bürgermeister ist, dass sich die neue Wohnungsbaugesellschaft nicht nur auf den Bau von Sozialwohnungen konzentriert, sondern sich auch um bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum kümmern soll“. Außerdem sei auch der Umgang mit Leerstand und eine aktive Rolle in der Quartiersentwicklung im ländlichen Raum gewünscht.

Bezahlbarer Wohnraum

„Diese Anregungen nehmen wir gern auf, da sie gut zu den bisherigen Aktivitäten des Servicezentrums Regionalentwicklung des Landkreises passen“, so der Landrat weiter. Unter „bezahlbarem Wohnraum“ seien Wohnungsangebote zu verstehen, die sich auch Menschen mit einem geringen Einkommen, die ohne staatliche Unterstützung „mit ihrem Geld auskommen müssen, leisten können“. Schmidt sieht hier Quadratmeterpreise im Neubau von bis zu 8 Euro als Zielgröße an. Die Erhebung der Kreisverwaltung hatte ergeben, dass in 15 Kommunen im Landkreis aktuell Bedarf an Sozialwohnungen besteht. Es handelt sich dabei um die Städte und Gemeinden Ahnatal, Bad Emstal, Baunatal, Espenau, Fuldatal, Habichtswald, Helsa, Hofgeismar, Kaufungen, Liebenau, Lohfelden, Naumburg, Niestetal, Vellmar und Zierenberg. Die neue Wohnungsbaugesellschaft könnte als privatrechtliche GmbH gegründet werden – die Beteiligung privater Partner „ist ausdrücklich gewünscht“, betont der Landrat.

„Ball liegt beim Kreistag“

Für den Prüfungsprozess hatte der Landkreis eine Projekt-Arbeitsgruppe unter Federführung des Fachbereichs Immobilienmanagement gegründet, die sich mit den rechtlichen Fragen, der Bedarfe und Anregungen der Kommunen, der Haltung der in der Region verankerten Wohnungsbaugesellschaften sowie der Bauwirtschaft und auch möglichen Finanzierungsinteressenten beschäftigt hatte. Außerdem wurden Erfahrungen von Landkreisen genutzt, die bereits Wohnungsbaugesellschaften gegründet haben. Nachdem jetzt grundsätzlich klar sei, dass eine Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis möglich ist, „ist jetzt der Kreistag am Zug“, so Schmidt. „Ich würde mich freuen, wenn es eine entsprechende Initiative zur Gründung aus dem Kreistag gebe“.

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