Das Haus der toten Igel: Tatortreiniger entrümpelt und säubert ehemalige Auffangstation

Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
Verstörender Fund in der Tiefkühltruhe: Zwischen Spinat und Eis liegen mehrere tote Igel, eingepackt in einer Plastiktüte.
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Verstörender Fund in der Tiefkühltruhe: Zwischen Spinat und Eis liegen mehrere tote Igel, eingepackt in einer Plastiktüte.
Jochen Radtke im Keller der Auffangstation, wo die Igel „behandelt“ wurden. Im Medizinschrank hinter Radtke liegen Einmalhandschuhe, Skelette und Schädel.
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Jochen Radtke im Keller der Auffangstation, wo die Igel „behandelt“ wurden. Im Medizinschrank hinter Radtke liegen Einmalhandschuhe, Skelette und Schädel.
Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.
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Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.

Vergangenes Jahr wurde eine Igel-Auffangstation im Landkreis wegen unhaltbarer Zustände geschlossen. Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt nun das Haus.

Landkreis. Der Container vor der Garage fasst bis zu zehn Tonnen – und er ist voll. Reichen wird er dennoch nicht, denn Jochen Radtke, Tatortreiniger und Desinfektor, hat noch einiges zu tun. Seit zwei Wochen entrümpelt und reinigt er ein Haus im Landkreis, welches eine ehemalige Igelauffangstation beherbergte. Diese wurde vergangenes Jahr vom Veterinäramt geschlossen, nachdem man dort 95 verwahrloste Igel und zahlreiche tote Tiere fand. Nun wurde Radtke vom Besitzer des Hauses beauftragt, die drei Etagen Grund zu reinigen. Die Kosten, die der Hausbesitzer für die Entrümpelung und Reinigung zahlen muss, liegen im fünfstelligen Bereich.

Jochen Radtke im Keller der Auffangstation, wo die Igel „behandelt“ wurden. Im Medizinschrank hinter Radtke liegen Einmalhandschuhe, Skelette und Schädel.

„Gut drei Wochen werde ich hier zu tun haben. Zweieinhalb Etagen mit jeweils knapp 120 Quadratmeter müssen gereinigt werden. Besonders im Dachgeschoss, wo die zahlreichen Igel mit dem Mieter hausten, muss viel passieren“, berichtet der Zierenberger. Kein einfaches Unterfangen, denn der Boden besteht nur noch aus Exkrementen der Igel, die hier jahrelang in scheinbar guter Absicht aufgenommen wurden. Die damals vorherrschenden Zustände und die Tragödie für Mensch und Tier kann man sich nur grob ausmalen.

Kadaver in der Tiefkühltruhe

Zwischen leeren Kartons, bergeweise Konservendosen und verdreckten Möbeln findet Jochen Radke auch immer noch völlig verweste Igel. „Erst einmal muss hier alles freigeräumt, entrümpelt und grob desinfiziert werden. Die Bodenbeläge muss ich komplett rausreißen – unter Vollschutz, also unter besonderen Schutzmaßnahmen für mich, denn durch den aufgewirbelten Igelkot können Krankheiten übertragen werden. Dann folgt die Abschlussdesinfektion, die Grundreinigung der Bäder und noch vorhandenen Böden“, berichtet er.

Tatortreiniger Jochen Radtke entrümpelt und reinigt eine ehemalige Auffangstation für Igel – und findet nicht nur Kadaver und eingefrorene Nager.

Die Räumlichkeiten der ehemaligen Igelauffangstation sind eigentlich hochwertig ausgestattet und waren sicher einmal ziemlich teuer. Marmorböden, Parkett und gemauerte Torbögen zieren die geräumige Wohnung, die nun leider unbewohnbar ist. Nicht nur die obere Etage zeigt die erschreckenden Ausmaße der geschlossenen Auffangstation, auch im Keller sieht es schlimm aus. Skelettierte Igel finden sich unter der Treppe, im Medizinschränkchen liegen Schädel und Häute und mehrere Leichname liegen eingefroren in der Tiefkühltruhe – neben Spinat und Pizza. Diese ‘Biomasse’ muss ebenso entsorgt werden, wie das verdreckte Mobiliar, der angesammelte Abfall und die gehorteten Konservendosen – dafür kommt bald der zweite Container.

EXTRA INFO: Zum Hintergrund

Eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus Igelkot muss der Tatortreiniger aus dem Dachgeschoss entfernen.

Im vergangenen Herbst wurden im Landkreis 95 Igel aus schlechter Haltung gerettet und zahlreiche tote Tiere gefunden (hier zur Meldung). Die hygienischen Zustände in der Auffangstation bezeichnete das Veterinäramt damals als unerträglich. Dem Betreiber der Igelarche wurde wegen zahlreicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetzt untersagt, weiterhin Igel zu halten.

Der Tatortreiniger

Neben seiner Arbeit als zertifizierter Tatortreiniger (hier zu einem Artikel über ihn) und staatlich geprüfter Desinfektor bietet Jochen Radtke mit seiner Firma "think care" zudem Hilfe im Hygienemanagement, Ozon-Behandlungen, Messie-Entrümpelungen und Desinfektionen an. Zu erreichen ist er unter 015751107778. Weitere Infos unter www.think-care.de

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