Hessisches Drei-Ebenen-Modell im Tourismus

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Landkreis Kassel geht als erster an den Start

Kassel. Der Landkreis Kassel setzt als erster Landkreis in Nordhessen das von der Hessischen Landesregierung favorisierte Drei-Ebenen-Modell für den Tourismus in Hessen um. "Wir haben uns entschlossen, dieses Modell offensiv anzugehen, da wir uns davon eine gute Weiterentwicklung des Tourismus im Landkreis Kassel versprechen", begründet Landrat Uwe Schmidt die Vorreiterfunktion des Kreises. Hintergrund des Drei-Ebenen-Modells ist es, die touristische Organisationsstruktur so zu verbessern, dass "ein effizienter Ressourcen- und Mitteleinsatz und die stärkere Wahrnehmung und Positionierung am Markt erreicht wird", so Schmidt. Ausgehend von Landesebene, die durch den Hessischen Tourismusverband und die Hessen Agentur vertreten werden. "Darunter gibt es die Regionsebene, die für Nordhessen von der GrimmHeimat Nordhessen repräsentiert wird", erläutert der Landrat. Als dritte Ebene kommen vor Ort die Touristischen Arbeitsgemeinschaften (TAG) oder die einzelnen Orte. Schmidt: "Hier geht es um die Umsetzung von qualitätsfördernden Maßnahmen, um die Entwicklung themenbezogener und themenübergreifender Infrastruktur und Angebote, um informierendes Marketing und um Kundenbetreuung und Kundenbindung. Das zentrale Thema der touristischen Entwicklung in unserer Region ist für mich die Sicherstellung und der Aufbau einer leistungsfähigen touristischen Infrastruktur insbesondere im Bereich der Übernachtungsbetriebe".

Bustouristen bleiben aus

Der Landkreis weise zwar mit rund 800.000 Übernachtungen eine stabile Entwicklung auf. Allerdings seien nur wenige Hotels wie zum Beispiel in Espenau oder Bad Emstal darauf eingerichtet, Bustouristen aufnehmen zu können. Schmidt: "In Hofgeismar und auch in Wolfhagen fehlt es hier einfach an der notwendigen Kapazität". Solche Kapazitätsgrenzen seien für die Entwicklung des touristischen Angebots im Landkreis häufig entscheidender, als manches, was in der Öffentlichkeit diskutiert werde. "Ich weiß, dass das Thema Windkraft im Reinhardswald mit sehr viel Emotionen verbunden ist – ein Blick auf die erfolgreichen Tourismusregionen in Deutschland und in Hessen zeigt jedoch, dass Windkraft und Tourismus gut vereinbar sind", betont Schmidt mit Blick auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg als den Landkreis in Hessen mit den meisten Gästen und den meisten Windkraftanlagen. Wichtig sei es, einzigartige Erlebnisse zu ermöglichen. Schmidt: "Dabei muss man manchmal auch eine Vision verfolgen, wie zum Beispiel die Hafenöffnung in Bad Karlshafen".

Keine eigene Organisation

Aktuell berät der Landkreis Kassel drei Regionen bei der Entwicklung von TAGs: Die TAG Märchenland Reinhardswald, die TAG Naturpark Habichtswald und die TAG Märchenland der Brüder Grimm im Kasseler Osten. "Mit der Entscheidung die TAGs zu unterstützen und auf eigene Tourismusorganisation zu verzichten, setzt sich der Landkreis konsequent für die Umsetzung des Drei-Ebenen-Modells im Bereich des Tourismus in Hessen ein", zitiert Landrat Schmidt den Geschäftsführer des Hessischen Tourismusverbandes (HTV) Hartmut Reiße.

Für die neue Tourismusstruktur im Landkreis wurde die bisher beim Verein Region Kassel-Land e.V. in Wolfhagen verankerte eigenständige Tourismusverantwortlichkeit des Landkreises aufgegeben und durch das Fachgebiet Tourismusmanagement im Servicezentrum Regionalentwicklung in Hofgeismar ersetzt. "Wir setzen hier auf Personalkontinuität – Reiner Merkel wechselt sein Aufgabengebiet und seinen Arbeitsplatz", erläutert Schmidt. Statt selbst Gäste für den Landkreis zu werben, stehe jetzt Tourismusförderung im Mittelpunkt des Tätigkeitsfeldes des Tourismus-Experten Merkel. "Die Bandbreite reicht von der Radwegekoordination über die Verbindung zur GrimmHeimat Nordhessen, die Koordination der Eco-Pfad-Vermarktung und die Unterstützung bei der DEHOGA-Zertifizierung sowie die allgemeine Unterstützung der touristischen Arbeitsgemeinschaften", informiert Merkel über seinen neuen Aufgabenbereich.

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